EuroPride Village mit feiernder Menschenmasse

Queer in Wien

Die lebenswerteste Stadt für alle!
Text: Marie Amenitsch

Bereits zum 10. Mal in Folge wurde Wien zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt. Eine mindestens genauso große Auszeichnung ist es jedoch, dass die österreichische Hauptstadt heuer als Gastgeberin der EuroPride 2019, der größten gemeinsamen Pride-Veranstaltung der europäischen LGBTIQ-Community auserwählt wurde.
Vom 1. bis zum 16. Juni werden mehr als eine Million BesucherInnen erwartet, die dem Motto der diesjährigen EuroPride folgen: „Together & Proud!“.

Österreichs Queer-Hauptstadt zum günstigen Preis

Die ÖBB sind Official Carrier der EuroPride und sorgen für eine bequeme, preiswerte und umweltfreundliche An- und Abreise. Wenn ihr neben der Bahnfahrt auch was zum Übernachten braucht, dann sichert euch gleich den „PrideCity-Hit“. Neben An- und Abreise in der zweiten Klasse und einer Nächtigung inklusive Frühstück beinhaltet das Package auch den QueerCityPass für 48 Stunden.

Was Wiens LGBTIQ-Szene davon abgesehen noch so zu bieten hat, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Liebe geht durch den Magen

Spieglein, Spieglein an der Wand - der Frage nach der oder dem Schönsten im ganzen Land könnt ihr euch im Café Savoy widmen. Die Spiegel dort sind nämlich die zweitgrößten aus einem Stück hergestellten Spiegel Europas.

Noch pompöser sind nur jene im Schloss Versailles. Neben dem barocken Interieur ist das Café Savoy zudem mit seiner zentralen Lage direkt am Naschmarkt ein beliebter Treffpunkt der LGBTIQ-Community. Nicht zu vergessen der Schanigarten, in dem im Sommer verliebte Blicke ausgetauscht und die Nasen von der Sonne geküsst werden.

Wer zu später Stunde weiterziehen möchte, kann in der Gumpendorfer Straße im Marea Alta One-Hit-Wonder ins Karaoke-Mikro schmettern und leidenschaftlich tanzen.

Die Türkis Rosa Lila Villa gilt mit ihrem facettenreichen Angebot als wahre Institution der Wiener LGBTIQ-Szene. Nach einer längeren Durststecke gibt‘s seit 1. Juni mit dem Villa Vida auch wieder ein hauseigenes Café.

Mann sitzt alleine in einem klassischen Kaffeehaus

Im Café Savoy trifft sich die LGBTIQ-Community der Stadt in wunderschöner Atmosphäre

Grünes Ampellicht in Form eines gleichgeschlechtlichen Pärchens

Die Ampelpärchen sind fester Bestandteil des Wiener Stadtbilds.

Wien bei Nacht

Why Not ist nicht nur Name sondern auch Motto des ältesten Gayclubs der Stadt, der auch mit satten Bassklängen, Mottopartys und fantastischer Stimmung in den Bann zieht. Warum also die Welt draußen nicht für einen Augenblick vergessen und die Nacht zum Tag machen?

Das bei Lesben beliebte g.spot Clubbing geht an verschiedenen Adressen über die Bühne und setzt musikalisch auf Techno, Electronic und House. Das Heaven Vienna ist bereits seit 25 Jahren Treffpunkt für Nachteulen aller sexuellen Orientierungen. Absolutes Highlight: Wenn Gastgeberin „Miss Candy“ einmal im Jahr beim Rosenball die buntesten Vögel der Stadt zusammentrommelt.

Grünes Licht für die Liebe!

Es sind schwule, lesbische und heterosexuelle Pärchen, händchenhaltend und mit Herzen versehen, die eine eindeutige Botschaft für Liebe und Toleranz über den Zebrastreifen und in die Welt hinaus senden. Weil die Wiener Ampelmännchen bei Touristen aus aller Welt so viel Gefallen gefunden haben, gibt’s einen eigenen Souvenirshop im 6. Bezirk, in dem ihr die unterschiedlichsten Fan-Artikel erstehen könnt.

Was das Herz begehrt!

Für alle, die sich gerne zwischen den Zeilen eines Romans verlieren, empfiehlt sich ein Besuch im Löwenherz.

Wiens älteste „Buchhandlung für Lesben und Schwule“ stillt bereits seit 1993 alle eure Leseträume mit mehr als rund 12.000 lagernden Titeln. Abends verwandelt sich das Löwenherz zur coolen Eventlocation, wo Lesungen, Buchvorstellungen und Diskussionen veranstaltet werden. Und selbst, wenn ihr eher der lesefaulen Fraktion angehört, ist das Löwenherz perfekt, um neue Bekanntschaften zu knüpfen.

„Sehen und gesehen werden!“ So lautet das Motto in Wiens höchstgelegenem Freibad, dem Krapfenwaldbad, das mit seinem wunderschönen Ausblick nicht nur Touris sondern auch die LGBTIQ-Community Wiens begeistert. Immerhin gilt das Krapfenwaldl neben dem Schönbrunner Bad als besonders offen und tolerant. Während ihr euch in der Sonne rekelt und die Mission Sommerbräune in Angriff nehmt, genießt ihr einen phänomenalen Blick über die Weinberge bis hin zur Donau.

Frau taucht in einem Schwimmbecken

Abkühlung gefällig: das Krapfenwaldbad ist besonders offen

Fotos: Martin Darling, Unsplash, Pixabay