Panorama von Graz

Graz: Hippe Hotspots für Genießer

Klein, aber oho!
Text: Marie Amenitsch

Kennt ihr das? Dieses Gefühl, wenn es euch schon beim Aufwachen in den Zehen kitzelt, der Tatandrang euch ein Lächeln ins Gesicht zaubert, ihr aus dem Alltag ausbrechen und euch in neue Abenteuer stürzen wollt? Genau dann ist es höchste Zeit für einen kleinen Städtetrip. Zum Beispiel in die steirische Landeshauptstadt. Wir folgen den Tipps von unserem Reiseführer-Local Philipp, der Graz mit seiner Kamera in der Hand meist zu Fuß unsicher macht und ständig auf der Suche nach neuen Highlights ist. Er führt uns zu seinen Lieblingsplatzerln, die eindeutig beweisen: Graz, du coole Socke!

Anreise

Die nahezu überschaubare Größe Österreichs bringt euch Reisefreudigen große Vorteile: Viele Prachtstücke sind in nur wenigen Stunden erreichbar. Auch Graz könnt ihr mit den ÖBB super entspannt besuchen. Knapp zweieinhalb Stunden sind’s zum Beispiel mit dem Zug von Wien Hauptbahnhof nach Graz. Dabei gibt’s als kleines Goodie die Aussicht auf eine der schönsten Bahnstrecken, die Semmeringbahn, kostenlos dazu. Sparschiene-Tickets bekommt ihr schon ab € 9,-. Von Salzburg kommend, müsst ihr mit einer Fahrtzeit von rund 4 Stunden rechnen.

1. Graz, du Schönheit!

"In Graz nicht ganz bis zum Uhrturm, weil’s unten schon so steil war…", singt der Nino aus Wien. Doch wir sind uns sicher, dass ihr härter im Nehmen seid: Philipps erster Tipp lautet, sich den Uhrturm für einen optimalen Überblick über die Stadt vorzuknöpfen. Nach 260 Stufen, brennenden Wadeln und etwas außer Atem liegt euch die ganze Stadt zu Füßen. Der phänomenale Ausblick bestätigt: Die steirische Metropole hat so viel mehr zu bieten als Kernöl und Schilcher. Wem vom Aufstieg noch die Knie leicht zittern, der kann einen bequemeren - dafür umso rasanteren - Weg hinunter wählen. Mit der neuen Schlossbergrutsche geht’s nämlich für nur fünf Euro mitten durch den Schlossberg wieder nach unten. Bei bis zu 30 km/h entlockt die Rutschpartie wohl jedem ein ausgelassenes "Woohoo!".

Der Grazer Hauptbahnhof ist zentral gelegen und perfekter Ausgangspunkt für Sightseeingtouren.

Ob Cappuccino oder selbstgemachte Ingwer-Limo – im Duck Coffee Shop lohnt sich eine kleine Pause.

2. What the Duck!

In einer Universitätsstadt wie Graz sollte man es sich nicht entgehen lassen, in einem der gemütlichen Studentencafés einzukehren, um zwischen Hipster-Brillen-tragenden Studis Platz zu nehmen und den Duft von frischgemahlenem Kaffee tief einzuatmen. Eine von Philipps Lieblingslocations dafür ist der Ducks Coffee Shop. Die liebevoll renovierte Location zieht mit Wohnzimmeratmosphäre, stylischem Interieur und sonniger Terrasse in ihren Bann. Weil ihr euch nach dem steilen Aufstieg ohnehin eine kleine Verstärkung verdient habt, könnt ihr es euch bei hervorragendem Kaffee, Beeren-Cheesecake und kühlen Limos so richtig gut gehen lassen, bevor es mit der Graz-Tour weitergeht.

3. Hotspot der schönen Künste

Allen Kunst- und Kulturwütigen empfiehlt Philipp zudem einen Abstecher ins Joanneumsviertel, dem kulturellen Herzen der Stadt. Unser Reiseführer ist der Meinung, dass hier viel unterschätztes Potenzial schlummert. Allein die spannende Architektur ist ein Hingucker - zu bestaunen gibt’s ein umfangreiches Angebot aus Gegenwart, Vergangenheit, Kunst und Natur. Die Neue Galerie Graz, das Bruseum, das Naturkundemuseum oder die Steiermärkische Landesbibliothek - egal, worauf ihr Lust habt, bei moderaten Eintrittspreisen freut sich eure Allgemeinbildung über einen kleinen Wissensboost.

Im Joanneumsviertel schlägt das kulturelle Herz der Stadt.

Panoramablick mit Instagram-Garantie!

Essen wie bei la Mamma in Bella Italia - so lautet bei Pizzaiolo das Credo.

4. Sehen und gesehen werden

Der Glockenspielplatz, die Sporgasse und die Doppelwendeltreppe in der Grazer Burg - sie alle sind wahre Likemagneten für euren Instagramfeed. Auch das mediterrane Flair der Altstadt verwöhnt euch mit einer Prise Urlaubsfeeling. Für den typischen Steirer-Charme geht’s ab in den Hasenstall mitten im Grazer Bermudadreieck, wo Jung und Alt bis spät in die Nacht hinein zusammensitzt. Steiermark pur gibt’s außerdem einmal im Jahr beim "Aufsteirern", wie uns Philipp grinsend verrät. Von Freitag bis Sonntag ver-wandeln sich die Grazer Gassen und Plätze in den größten Dorfplatz Österreichs und werden zu einer riesigen Innenstadtbühne voller Kultur, Tanz und Tradition. Wer glaubt, Volkskultur sei fad und verstaubt, der kann sich hier vom Gegenteil überzeugen. 2019 wird das Event von 13. bis 15. September stattfinden.

5. Gönnung für alle Sinne!

Für eine entspannte Nachmittagspause zum Leuteschauen, Tratschen und Genießen setzt Philipp auf das legendäre Delikatessengeschäft Frankowitsch. "Es ist einer dieser Orte, an dem sich wohl jede Grazerin und jeder Grazer mindestens einmal getroffen haben!", schmunzelt unser Reiseführer. Seit 1932 verwöhnt der Store mit den ausgefallensten Köstlichkeiten aus aller Welt und lockt zudem auch mit einer tollen Campari-Bar. Und weil ihr immerhin auf Kurzurlaub seid, spricht doch nichts gegen einen kleinen Aperitif in der Sonne. Ihr wollt euren Liebsten zuhause etwas mitbringen? Ob Essiggelee, Trüffelbutter, gegrillte Artischocken oder Kürbiskernöl - köstlichere Mitbringsel als hier findet ihr in Graz so schnell kein zweites Mal.

Die Grazer Altstadt verzückt mit vielen süßen Ecken.

Mitten im Berg die Nacht zum Tag machen und coole live Events erleben.

6. Tanzen im Berg

Wie wär’s mit einer Partynacht zu Elektroklängen im Inneren eines Berges? Nein, wir haben uns nicht verschrieben, denn die Rede ist vom Dom im Berg, dem laut Philipp coolsten Veranstaltungsort in Graz. Mitten in der Stadt wurde diese originelle und multifunktionale Location 1999 aus dem Felsen geschlagen. Eine Raumhöhe von elf Metern sorgt gemeinsam mit den speziellen Wandverkleidungen für eine hervorragende Akustik und dafür, dass ihr den Bass so richtig spüren könnt. Augen schließen und im Takt mit-wippen! Theaterproduktionen, Kongresse, Konzerte und Clubbings - die Bandbreite, für die der "Dom im Berg" genutzt wird, ist groß.

7. Pizza, Spritz & Dolce Vita

Es gibt nur zwei Dinge, für die ItalienerInnen noch mehr brennen als für Fußball und den Papst: gutes Essen und die "la mamma"! Genau diese beiden Dinge vereint die Pizzaiolo in Graz, die den Besuch in der steirischen Landeshauptstadt unserem Reiseführer Philipp zufolge perfekt abrundet. Die Rede ist von der Mutter aller Pizzen: der originalen Pizza Neapels - "Verace Pizza Napoletana". Ihre Besonderheit liegt in der Herstellung des Teiges. Dieser wird nämlich 48 Stunden fermentiert und schließlich nur eine Minute bei sage und schreibe 485 Grad Gluthitze im italienischen Pizzaofen gebacken. Dass ausschließlich Zutaten aus Bella Italia verwendet werden, wird wohl niemanden wundern. Die KellnerInnen punkten mit italienischem Charme. Ihr solltet dort übrigens unbe-dingt reservieren - vor allem, um im Sommer noch eine zusätzliche Portion Urlaubsfeeling im Gastgarten zu genießen.

Fotos: Adobe Stock