Marienplatz in München

München: Minga abseits der Touri-Fallen

Besser als Blasmusik und Brez’n
Text: Lukas Lindmeier

"In München steht ein Hofbräuhaus", singt die Spider Murphy Gang. Ja, schon klar, und alle tragen Tracht und schunkeln mit Brezen in der Hand und Weißwürsten im Mund zu Blasmusik im Bierzelt. Gut, dass wir so ziemlich alle Klischees in der Einleitung abgeklappert haben. Denn so können wir uns dem wunderschönen "Minga" jenseits von Stereotypen und Trampelpfaden widmen. Wusstet ihr zum Beispiel, dass man mitten in München ganzjährig Surfen gehen kann? Oder dass es hier eine nicht zu unterschätzende EDM-Szene gibt? Weil das vielfältige München so viel mehr ist als nur Dirndl und Lederhosen, präsentieren wir euch unsere sieben Must-Dos in München abseits der typischen Touri-Pilgerstätten!

Deutsches Museum bei Nacht

Anreise

Wir teilen uns mit unseren Nachbarn so Einiges: den Dialekt, die Vorliebe zum Bier, die Trachten - und auch eine direkte Bahnstrecke. Kein Wunder also, dass man es mit dem Railjet Express von Wien aus in sage und schreibe vier Stunden und 20 Minuten direkt zum Münchner Hauptbahnhof schafft. Und Sparschiene-Tickets gibt es bereits ab € 29,-.

Auch von Linz aus geht’s in Rekordzeit nach "Minga" - mit dem ICE nämlich in nur drei Stunden und die Sparschiene-Tickets starten hier sogar bei nur € 14,-.

1. Maximiliansanlagen: der Central Park Münchens

Local Sewas erster Tipp für uns lautet: einen Spaziergang durch die Maximiliansanlagen einlegen. Denn die sind für München zusammen mit dem Englischen Garten in etwa das, was der Central Park für New York ist: ein kleines Stückchen Urlaub mitten in der Stadt. Satte grüne Wiesen treffen auf wunderschöne Spazierwege entlang der Isar und eine weitläufige Sportanlage zum Austoben Die liebste Route zum Spazieren des Münchner Originals: Vom "Friedensengel", einem Münchner Friedensdenkmal, entlang der Isar bis zum Ufer des Deutschen Museums. Dort tummle sich nämlich das "junge München" und das erinnere stark an den Wiener Donaukanal, verrät uns der Local.

2. Münchens Volkssport Surfen

Wer hätte eigentlich gedacht, dass man mitten in München den "Hang Loose"-Lifestyle in vollen Zügen zelebriert? An der sogenannten Eisbachwelle, einer künstlichen Welle im Eisbach, der direkt durch den Englischen Garten führt, sammeln sich das ganze Jahr über - ja, richtig gelesen, auch im Winter - SurferInnen die fleißig ihre Skills beweisen. Aber Achtung: Die Eisbachwellen-Junkies sind Profis - als Laie sollte man das Spektakel also eher aus sicherer Entfernung bewundern. Apropos bewundern: Der angrenzende Englische Garten, der übrigens einer der größten Parks der Welt ist, lädt mit der bunten Pflanzenvielfalt ebenfalls zum Verweilen und Staunen ein.

Eisbach im Englischen Garten
Minga goes EDM

3. Minga goes EDM

Auch in Sachen Musik bringt München mehr Coolness aufs Parkett, als man vielleicht erwarten würde, verrät uns Local Sewa. Eine eifrige Euro Dance Music- und Techno-Szene bringt hier schon seit Jahren den einen oder anderen Club ordentlich zum Beben. Besonders empfehlenswert sind laut Sewa die beiden Clubs "Grinsekatze" und "Gute Laune". Denn der Name ist in beiden Clubs absolut Programm - nach einer durchtanzten Nacht fällt man gefüllt von positiven Vibes ins Bett.

Schweinebraten-Krustenbraten

4. Ab ins "Mekka von Bayern"

Wer etwas mehr Zeit nach München mitgebracht hat, sollte auf jeden Fall das Kloster Andechs anpeilen - Sewa nennt es liebevoll das "Mekka von Bayern". Nur rund 45 Minuten von München entfernt, könnt ihr euch hier die volle "boarische" Dröhnung geben. Denn im hauseigenen Klostergasthof wird mit Schweinshaxn (Stelzen), Bier aus der eigenen Klosterbrauerei und einem Top-Ausblick über die oberbayrische Berglandschaft aufgewartet.

Odeonsplatz in München mit Menschen

5. Die Monarchie lässt grüßen

Was übrigens auf keinem Citytrip nach München fehlen sollte - und auch bei den eingefleischtesten Locals immer wieder für großes Staunen sorgt: der Odeonsplatz, die Münchner Residenz und der imposante Hofgarten. Wo einst die Fürsten, Herzöge und Könige hausten, können heute die Überbleibsel aus der deutschen Monarchie bestaunt werden. Außerdem dienen eindeutige Symboliken in der angrenzenden Prinzregentenstraße als Mahnmale, die an die NS-Zeit erinnern sollen.

Lebensmittelkorb

6. Wenn der Hunger ruft...

Zugegeben: Wer seinen Hunger ausschließlich mit den Köstlichkeiten unseres nächsten Punkts auf unserer München-Liste stillt, hat entweder einen sehr anspruchsvollen Gaumen - oder noch etwas  Geld in der Urlaubskassa übrig. Sewa empfiehlt uns nämlich den Viktualienmarkt als absolutes Must-See in München. Und der gilt heute als die Top-Adresse für alle, die auf der Suche nach besonderen Delikatessen und Leckereien sind. Einziger Wermutstropfen sind die ebenfalls deftigen Preise. Trotzdem solltet ihr euch das bunte Gewusel am Viktualienmarkt und die Köstlichkeiten aus aller Welt nicht entgehen lassen oder euch zumindest eine Weißwurst gönnen!

7. Pinakotheken statt Piña Colada

Auch wenn München mit einer tollen Schmankerl-Szene lockt, lohnt es sich manchmal, Kulinarik gegen Kunst zu tauschen. Sewas letzter Geheimtipp lautet nämlich: ein Besuch der beiden Pinakotheken, die bei einem München-Trip unbedingt auf eurer To-Do-Liste stehen sollten. Dort könnt ihr nämlich die größten Kunstwerke der Welt bestaunen. In der sogenannten "Alten Pinakothek" gibt’s Kunst aus dem Mittelalter, Renaissance, Barock und Rokoko. Und in der "Neuen Pinakothek"? Richtig: Jede Menge zeitgenössische Kunst aus Europa!

Fotos: Pixabay, Unsplash