Aufnahme über die Dächer Soprons

Sopron: Zwischen Tradition und Moderne

Ein spannender Mix aus Tradition und Moderne.
Text: Jasmin Kreulitsch

Knapp hinter der österreichischen Grenze, nur 60 Kilometer von Wien entfernt, entdeckt man mit Sopron nicht nur eine der ältesten Städte Ungarns, sondern auch einen spannenden Mix aus Tradition und Moderne.

1) In den Gassen der Altstadt verloren gehen

Nirgendwo sind die Farben und Formen der Stadt Sopron schöner, als wenn man durch die Altstadt, die übrigens komplett unter Denkmalschutz steht, spaziert und sich durch die schmalen Gassen treiben lässt oder gar verloren geht. Doch selbst wenn man in dem hübschen Labyrinth aus mittelalterlichen Gässchen die Orientierung verliert: Die Altstadt ist klein und überschaubar und bezaubert hier mit römischen Fundamentsteinen in einem Torbogen, da mit einer gotische Sitznische, dort mit einer hübschen Renaissance-Loggia.

2) Vom Feuerturm über Sopron blicken

Es erfordert etwa 200 Stufen und 58 Höhenmeter, bis man das Wahrzeichen der Stadt erklommen hat: Der Tüztorony, der Feuerturm, diente einst als Beobachtungsposten für ausbrechende Feuer oder feindliche Angriffe und ist heute ein beliebter Ort, von dem aus man einen tollen Blick auf Sopron und die umliegende Region hat. Der zylinderförmige Rumpf des Feuerturms wurde auf römischen Fundamenten errichtet und diente schon ab dem 13. Jahrhundert als nördlicher Torzugang innerhalb der Stadtmauer. Tipp: Erst vor wenigen Jahren eröffnete im ersten Stock des Feuerturms das schicke Museums-Café, wo es hervorragenden Kuchen und Kaffee gibt.

Das Wahrzeichen von Sopron: der Feuerturm

Der Feuerturm ist 58 Meter hoch und gilt als Wahrzeichen der Stadt Sopron.

Römische Ausgrabungen in Sopron

Noch heute kann man in Sopron römische Ausgrabungen bestaunen.

Der Hauptplatz von Sopron

In Ungarn als einer der schönsten Plätze bekannt: der Hauptplatz von Sopron.

Nahaufnahme eines Kuchens

Lila Laune und vegane Kuchen gibt´s im Café "Levendula Kézmuves Fagylaltozó"

Außenaufnahme des Feuerturms in Sopron

Malerische Prachtbauten und stets der Feuerturm im Hintergrund: Der Fo tér ist der Treffpunkt der Stadt.

3) Am Hauptplatz über die Architektur staunen

Der Hauptplatz von Sopron ist nicht nur das Herz der Stadt, der Fo tér gilt mit seiner barocken Dreifaltigkeits- oder Pestsäule auch als einer der schönsten Plätze Ungarns. Im Herzen der Altstadt gelegen, finden sich die opulentesten Gebäude, die Sopron zu bieten hat: der mittelalterliche Feuerturm ebenso wie viele verschiedene mittelalterliche und barocke Patrizierhäuser, die berühmte Ziegenkirche, das Storno-Haus und das Fabricius-Haus.

4) Geschichte spüren beim Spaziergang entlang der Stadtmauer

Wo die Römer einst eine Siedlung namens Scarbantia bauten, um so einen Marktplatz an der Bernsteinstraße zu kreieren, kann man heute entlang der historischen Stadtmauer spazieren und Teile der römischen Befestigung von einst erkunden. Der Weg führt über schmale Wege, Stufen und an dicken Mauern vorbei, ist aber gut beschriftet und vor allem kurzweilig: In 20 Minuten ist man einmal herumgegangen!

Frau steht in einer kleinen Gasse in Sopron

Railaxed-Autorin Jasmin Kreulitsch auf Entdeckungstour in der Altstadt.

5) In traditionellen Gasthäusern schmausen

Dass die ungarische Küche weit mehr vorweisen kann als Gulasch und Palatschinken, beweisen die traditionellen und vor allem urigen Restaurants der Stadt. Das Besondere daran: Durch den günstigen Forint kostet man sogar großartige Haubenküche für kleines Geld. Das "Erhardts" wurde schon mehrfach ausgezeichnet und hat Schmankerl wie Gänseleber ab 12 Euro auf der Karte. Günstiger geht es in den klassischen Lokalen der Stadt zu, zum Beispiel im "Puskas Restaurant Soeroezoe & Pub"  am Graben, wo man ein ausgezeichnetes Beef Tatar bereits ab 6 Euro essen kann.

6) Den modernen Lifestyle von Sopron kennenlernen

Auch wenn Sopron eine traditionelle ungarische Stadt ist, hat sich in den letzten Jahren viel getan: Die junge Szene setzt sich langsam mit neuen Ideen und Start-ups durch. Eines der neuesten Lokale ist das zauberhafte Café "Levendula Kézmueves Fagylaltozo", in dem nicht nur alles Lila und von Lavendel inspiriert ist, sondern alle Kuchen komplett vegan sind; es ist das erste Café dieser Art in der Stadt. Mindestens ebenso lässig ist das Café "Kulturpresszo", wo es definitiv den besten und vor allem den am hübschesten angerichteten Kaffee der Stadt gibt.

Beef Tartar mit Gemüsebeilagen

Typisch für Sopron: Auf nahezu jeder Karte steht das Beef Tatar.

Roter Teppich im Hotel "Pannonia"

Prinzessin für eine Nacht: Im "Pannonia Hotel" wandelt man auf roten Teppichen.

7) Kaiserlich übernachten im Traditionshotel

Während man in Wien ein Vermögen hinblättern muss, wenn man in einem historischen Traditionshotel übernachten möchte, ist eine Nacht im kaiserlichen Ambiente in Sopron mehr als leistbar, zum Beispiel im "Pannonia Hotel":  Das älteste Hotel der Stadt wurde bereits 1893 erbaut und bezaubert mit hübschem Stuck, opulenten Lustern, roten Teppichen - und unschlagbar günstigen Zimmern (ab 29 Euro). Besonders toll: Von der Terrasse aus hat man einen unfassbar schönen Blick auf Sopron und kann jenen Touristen zuwinken, die auf dem gegenüberliegenden Feuerturm meinen, dass ihr Blick besser sei. (In Wahrheit sind beide Panoramen umwerfend!)

Fotos: Jasmin Kreulitsch