7 Geheimtipps in Berlin

...die du besucht haben musst!
Text: Lukas Lindmeier

Berlin, die Stadt, die niemals schläft. Na gut, das mit dem "niemals schlafen" behaupten wohl die meisten Städte von sich. Wer aber schon einmal in Berlin war - oder zumindest mit jemandem gespro-chen hat, der schon einmal in Berlin war - weiß, dass Berlin wirklich die eine europäische Stadt ist, die tatsächlich niemals schläft.

Denn nicht umsonst berichten Locals, Wahl-Berliner und -Berlinerinnen und Berlin-Besucher und -Besucherinnen regelmäßig von dem alles verschlingenden Charakter der vielseitigen, bunten und ausgefallenen Weltstadt.

Anreise

Auch wenn ein Wochenendtrip mit Sicherheit nicht ausreicht, um Berlin in seiner vollen Pracht zu erleben, so ist so ein verlängertes Wochenende aber trotzdem eine gute Möglichkeit, zumindest den ersten Schritt zu wagen.

Die Anbindung von Wien ist ein echter Traum: Mit dem direkten ICE vom Wiener Hauptbahnhof (ab 10:15 Uhr) ist man in nur sage und schreibe 7 Stunden und 43 Minuten am Berliner Hauptbahnhof. Wer lieber im Schlaf ans Ziel kommen möchte, der ist mit der Direktverbindung im Nightjet gut beraten: Denn der Nightjet bringt euch über Nacht in rund elf Stunden vom Hauptbahnhof Wien nach Berlin. Besonders cool sind außerdem die Sparschiene-Tickets. Mit diesen geht’s für euch bereits ab € 29,- in die Hauptstadt Deutschlands.

Am Bahnhof in Berlin
Unter einer Brücke

1. Es gibt immer einen Grund zu feiern

Eines der größten Klischees über Berlin ist mit Sicherheit die Club- und Partyszene der Stadt. Nicht umsonst erzählt uns Luisa, dass man in Berlin so gut wie immer einen Grund zum Feiern findet - und selbstverständlich auch den dazu passenden Club. Luisa hat natürlich ihre Favoriten in Sachen Party und die heißen wider Erwarten nicht "Kater Blau" oder "Berghain". Die seien nämlich von gestern, verrät sie uns mit einem Augenzwinkern.

Den Anfang macht daher der Club "Zur Klappe": Der sehr kleine Club befindet sich auf einer Verkehrsinsel, ist von außen mehr als unscheinbar und war ursprünglich ein öffentliches WC. Zu hören gibt’s hier Techno - und auch einige DJs aus dem legendären Berliner Club Berghain legen hier regelmäßig auf.

2. Zukunft am Ostkreuz

Selbst wenn man das in Berlin niemals so betiteln würde, so kann man auf Österreichisch ruhigen Ge-wissens behaupten, dass es in Berlin kaum etwas ohne einen ganz besonderen Schmäh gibt. So auch in der "Zukunft am Ostkreuz": Hier werden (Open-Air-)Kino, Bar, Gastgarten und kleine Konzerte zu einem einzigartigen Konzept zusammengefasst. Ein absolutes Must, wenn man sich unter die Berliner und Berlinerinnen mischen möchte. Man darf allerdings nicht erschrecken, wenn man dort gefragt wird, ob man sich eine "helle Zukunft" oder "dunkle Zukunft" wünscht - so heißen nämlich die dort selbstgebrauten Biere.

3. Kreativität trifft auf Kulinarik

In Berlin findet man fürs Essengehen beinahe genauso oft einen Grund wie fürs Feiern. Weil die Auswahl mit Sicherheit jeden Rahmen sprengen würde, verrät uns Luisa ihre absoluten Top-Favoriten.

So ist zum Beispiel das "21 gramm" einen Besuch wert. Die düstere Geschichte hinter dem Namen: Die menschliche Seele soll 21 Gramm wiegen - genau das Gewicht, das der Mensch angeblich beim Sterben verlieren soll. Das von Friedhöfen umgebene Restaurant ist entgegen der Legende hell und freundlich eingerichtet und es werden köstliche Speisen serviert. Ein cooler Tipp also für den nächsten Berlin-Trip!

Für die Nachspeise empfiehlt sich dann die japanische Eisdiele Tenzan Lab. Hier gibt es Kakigori-Eis, das auf der Zunge wie Schnee schmelzen soll. Die Eisspezialitäten, die übrigens händisch durch das Abschaben von Eisblöcken hergestellt werden, verzaubern außerdem mit unglaublichen Geschmacks-richtungen. So garantieren Sorten wie Avocado, Matcha Mascarpone oder Kirschblüte nicht nur einen herrlichen Anblick. Denn beim Kakigori-Eis vereinen sich die abgeschabten Eiskristalle mit den cremigen Toppings zu Geschmackserlebnissen der besonderen Art.

Wein und Essen in einem Lokal
Reichstag bei Nacht

4. Geheimtipps für Unternehmungen

"Man hat Berlin nicht erlebt, wenn man sich nicht unter die Berliner und Berlinerinnen gemischt hat", sagt Luisa und legt uns ans Herz, die Pauschaltouristen nicht allzu sehr raushängen zu lassen. Stattdessen wäre es ein unvergessliches Erlebnis, sich an den geheimen Berliner Hot Spots unter die Einheimischen zu mischen und die Berliner Schnauze zu genießen.

Ob als Schlechtwetter-Alternative oder als Erlebnis der besonderen Art: In der Tadshikischen Teestube (ja, die heißt wirklich so!) wird euch mit jeder Menge Wohlfühlatmosphäre und russischen - und im Besonderen tadschikischen - Spezialitäten aufgewartet. Außerdem gibt es hier, wie der Name unschwer erkennen lässt, abgefahrene Teekreationen, die beinahe zeremoniell kredenzt werden. Übrigens: Die Schuhe müssen beim Eingang ausgezogen werden - das Lokal ist also nichts für Stinkefüße!

5. Berliner Planetarien

Weiter geht’s mit einer Mischung aus Romantik, Party und Bildung. Wie das zusammenpassen soll? Nun, in den Berliner Planetarien ist dies ein wunderbarer Mix: Hier werden nämlich regelmäßig Partys mit Live-DJs veranstaltet und auch das gemeinsame Nordlichter-Schauen macht dank der romantischen Atmosphäre gleich noch mehr Spaß. In welchem Berliner Planetarium gerade die nächste Veranstaltung ansteht, könnt ihr auf der Webseite der Planetarien Berlins abchecken.

6. Nix is so schee, wie da Summa in... Berlin!

Bei steigenden Temperaturen empfiehlt Luisa ganz besonders das Strandbad Müggelsee - das letzte Freibad Berlins, in dem kein Eintritt anfällt. Es gibt einen eigenen FKK-Bereich, eine gesonderte Hundezone sowie eine eigene Flachwasserzone, die sich vor allem zum Baden mit Kindern eignet. Das Strandbad Müggelsee ist also eine Top-Adresse, wenn ihr die deutsche Hauptstadt einmal von einer anderen Seite kennenlernen und den Berliner Großstadtdschungel gegen Badespaß in der Natur eintauschen möchtet.

See mit Brücke

7. Spreearche

Den Abschluss bildet die Spreearche, die bei den Berlinern und Berlinerinnen bei wärmeren Temperaturen ebenfalls der Renner ist. Denn im zugehörigen Hausboot-Restaurant genießt man ein ganz besonderes Ambiente, großartige Speisen und erfrischende Getränke. Das Erlebnis an der Spree beginnt hier übrigens schon, bevor ihr überhaupt im Restaurant angekommen seid: Denn mit einer Mini-Fähre werdet ihr zum Hausboot gebracht oder ihr legt dort gleich direkt mit eurem eigenen (Leih-)Boot an. Wenn da kein Urlaubsfeeling aufkommt!

Fotos: unsplash.com, pixabay.com