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Diese 5 Orte findet ihr in keinem Reiseführer

Pssst, nicht verraten! Reisen wird dann spannend, wenn ihr an Orten strandet, an denen bisher noch niemand war. Die gibt es zwar in der Realität kaum noch, fünf Plätze haben wir aber dennoch gefunden, an denen ihr dem Lost-Paradise ausgesprochen nah kommt. Hier fünf Orte, die ihr wahrscheinlich noch nicht auf eurem Reise-Radar habt.

1. Der Scharmützelsee bei Berlin

Der Scharmützelsee ist keine Erfindung von Walt Disney, sondern liegt ein paar Kilometer östlich von Berlin. So bezaubernd er klingt, so bezaubernd ist er. Warum? Am See passiert nicht viel. Aber: Ein paar Dinge solltet ihr dort dennoch erleben.

Es startet mit der Bahnfahrt von Berlin nach Bad Saarow. Dabei durchquert ihr die Märkische Schweiz. Der Blick in die friedliche Idylle entspannt vom Gewusel Berlins - besonders am Morgen mit dem ersten Becher Kaffee in der Hand. Am See angekommen, ist ein Spaziergang am Ufer fein, bei dem ihr Schwäne und Haubentaucher beobachten könnt. Entlang der Promenade liegen viele nette Cafés. Im Sommer könnt ihr in den Badebuchten und Wiesen am See gemütlich den ganzen Tag verfaulenzen.

2. In die Unterwelt von Orvieto

Auch ohne Strand ist Italien fein. Besonders in Orvieto, einem urigen Plätzchen in Umbrien. Die autofreie Altstadt liegt auf einem Tuffsteinplateau. Darauf: enge Gässchen, verschnörkelte Kirchen, ein gotischer Dom, entspannte Lokale. Darunter: 1200 Höhlen, eine Stadt unter der Stadt.

Dorthin haben sich schon vor Jahrhunderten die Etrusker zum Schutz vor Angreifern zurückgezogen. Heute nehmen euch Guides mit in das Labyrinth aus Kellern, Zisternen und Brunnen. Auch Werkstätten, Ölmühlen und Taubenställe wurden damals angelegt, um die Orvietaner im Falle einer Belagerung autark zu machen.

Ein umgeknickter Baum liegt in einem See

Der Scharmützelsee östlich von Berlin lädt zu Spaziergängen ein

Eine Panoramaaufnahme von Orvieto

Die Altstadt von Orvieto liegt auf einem Tuffsteinplateau

Eine kleine Brücke verläuft über einen malerischen See

Der Schiederweiher mit seinem typischen smaragdgrünen Wasser

3. Kanada in Österreich

Kanada ist zirka 100 Mal so groß wie Österreich. Dennoch passt das Mega-Land einmal in die Alpenrepublik. Komprimiert und in Form des Schiederweihers. Der See bei Hinterstoder glänzt smaragdgrün, das Wasser ist schnapsklar und auf der Oberfläche spiegelt sich der große Priel. Instagram lässt grüßen: #Kanada und die Community erblasst vor Neid. Die Wanderung zum See beginnt beim Gemeindeamt südlich des Bahnhofs Hinterstoder. Von dort führt ein gekennzeichneter Weg die Steyr entlang über eine kleine Brücke, danach links und immer der Nase nach. Die Route: easy. Die Dauer: etwa eineinhalb Stunden. Wenn ihr im Sommer dorthin wollt, checkt euch doch gleich das günstige ÖBB Sommerticket.

4. Grado für Foodies

Grado ist zu Beginn oder am Ende der Saison am schönsten. Der Zug fährt bis Bahnhof Cervignano-Aquileia-Grado, ein Bus bringt euch dann direkt in die kleine Stadt an der Oberen Adria. Off-Season ist es ruhiger, die Liegestühle am Strand sind auch nach Sonnenaufgang noch nicht belegt, das Meer ist noch angenehm warm. Ein Geheimtipp für Foodies nach dem Sonnetanken am Strand ist die Trattoria Al Pescatore in der Via Riva Dandolo. Ihr sitzt dort idyllisch am Hafen, abseits der üblichen Touri-Pfade. Die Pasta mit Sardinen ist ein Traum, das Seafood kommt direkt vom Kutter. Der Hauswein ist süffig, die Preise moderat. Der beste Platz für einen entspannten Stopp.

Ein langer Holzsteg, der ins Meer ragt

Einsame Strände und erholsame Spaziergänge entlang des Meeres? Das bietet euch Grado außerhalb der Hauptsaison!

Außenfassade einer Kirche in Brünn

Bewundert die Architektur in Brünn

5. Meet me in Brünn!

Den Bahnhof Brno Dolni Nadrazi erreicht ihr von Wien aus mit dem Zug in weniger als 90 Minuten. Und schon seid ihr drin im tschechischen Lebensgefühl, ganz ohne touristischem Überdrüber. Das Stadtbild ist geprägt von wunderschönen Jahrhundertwendehäusern, der Mittelalter-Festung Špilberk und den vielen jungen Menschen, die in Cafés und originellen Bars sitzen.

Zum Beispiel in der Bar, die nicht existiert. So zumindest lautet die Übersetzung der Bar který neexistuje. Sie befindet sich in der Dvořákova 24, sieht aus, als gehörte sie nach New York und serviert die besten Cock- und Mocktails der Stadt. Stimmungsvolles Kontrastprogramm am nächsten Tag: der Bauernmarkt am Krautmarkt. Täglich außer montags kommen hier regionale Bäuerinnen und Bauern zusammen und verkaufen Obst, Gemüse, Honig und Most.

Fotos: unsplash.com, pixabay, iStock, Sulzbacher