Interrail off the beaten tracks

5 außergewöhnliche Interrail-Routen

Fjorde, Puszta, Balkan. Die drei Wörter erzeugen nicht dieselben Hochgefühle wie Rom, Amsterdam, Barcelona und Paris? Macht nichts, das kommt noch! Spätestens nachdem ihr die folgenden fünf Routen gescannt habt, kitzelt es euch in den Socken. Die Lust nach dem Unbekannten steigt. Mit dem Zug nach Rom kann jeder. Wir schicken euch durch Ungarn Richtung Rumänien und legen auf dem Weg einen kurzen Stopover im lässigen Belgrad ein. Wie wäre eine Fahrt an die Fjorde Norwegens und danach im Pippi Langstrumpf-Stil durch das schwedische Seenparadies? Wir zeigen euch fünf außergewöhnliche Interrail-Routen, die ihr so bestimmt noch nicht kennt und geben euch Tipps für die passenden Tickets.

Frau steht mit ausgebreiteten Armen vor einem See

Atemberaubende Landschaften in Lappland

1. Auf Wanderreise nach Finnland

Finnland hat das, wonach sich Stadtmenschen sehnen: Endlose Weite, frische Luft, Stille, keine Massen. Stattdessen eine entschleunigte Welt und ein Dorado für Frischluftfanatiker und Wanderer. Vor allem das nördliche Lappland punktet mit ursprünglichen Wandertrails und wilden Nationalparks.

Die Finnen selbst meinen, dass das Wesen ihres Landes nirgends besser zu spüren ist, als hier. Als Ausgangspunkt empfiehlt sich Rovaniemi oder Kemijärvi - beide Städte sind part of the Interrail-Ticket.

Vor allem im Sommer ist Kemijärvi das ideale Basislager für Wanderungen in die unmittelbare Umgebung. Entlang und rund um den gleichnamigen See, an dem die Stadt liegt, findet ihr unzählige Wandertrails von gemütlich bis Reinhold Messner.

2. Backpacking in Osteuropa

Der Zug zischt an Canyons vorbei. Plötzlich macht sich eine Mondlandschaft vor dem Fenster breit. Dann ein dunkelblauer See. Danach ein kleines Dorf im Winterschlaf. Das ist kein Plot eines neuen Tarantino-Streifens, sondern der Blick aus dem Zugfenster während ihr über den Balkan reist.

Im Zentrum befindet sich außerdem eine der imposantesten Bahnstrecken Europas: Belgrad - Bar. Die 476 Kilometer, die die Hauptstadt von Serbien von der Adriaküste trennen, führen durch irre Bergwelten, vorbei an Schluchten und einmal quer über den glasklaren Skutarisee.

Highlight ist die Überquerung des Mala Rijeka Viadukts, der höchsten Eisenbahnbrücke Europas.

Ein Viadukt in einer hügeligen Landschaft

Das Mala Rijeka Viadukt in Montenegro überquert ihr mit dem Zug

3. Auf nach Scandi-Land

Skandinavien ist in. Nicht nur wegen angesagter Designer, fetziger Elektromusik und progressiver Umweltpolitik. Skandinavien ist die grüne Lunge Europas und ein großes Stück „heile Welt“. Wer die Region so richtig kennenlernen will, sollte zumindest Dänemark, Schweden und Norwegen bereisen. Und zwar genau in dieser Reihenfolge. Erster Halt: Kopenhagen. Nach ein paar Tagen in der dänischen Hauptstadt bringt euch der Zug über Malmö nach Schweden. In Zügen, die zu den modernsten in ganz Europa zählen, geht es an Seen und grünen Wäldern, entlang durch das Bullerbü-Land in Richtung Norden. Bei Charlottenberg erreicht ihr Norwegen. Von dort braucht der Zug noch knapp zwei Stunden bis Oslo. Hier könnt ihr euren Trip zu den Fjorden Norwegens beginnen. Etwa zum Hardangerfjord bei Bergen oder zum Aurlandsfjord von Myrdal aus.

Tanzende Menschenmenge in der Natur

Das Aurlandsfjord von Myrdal bietet Abkühlung an

4. Ungarn, Belgrad und Zieleinlauf Rumänien

Rumänien ist für viele ein unbekannter Fleck auf der Landkarte. Und das ist gut so. Denn dadurch behält das Land viel von seiner Ursprünglichkeit.

Die Menschen sind freundlich, das Essen deftig. Die Karpaten mystisch, die Sprache witzig und Bukarest charmanter als Paris. In die Hauptstadt Rumäniens kommt ihr mit eurem Interrail-Ticket direkt. Fein ist es aber, einen Zwischenhalt in Ungarn einzulegen. Das ultimative Freiheits-Gefühl erlebt ihr beim Durchfahren der kargen Puszta, etwa auf der Strecke zwischen Budapest und Debrecen.

Nach der Steppe stehen dann ein paar Tage Belgrad am Programm. Seit einigen Jahren groovt die Hauptstadt von Serbien so richtig. Künstler verewigen sich kreativ an den Wänden der City. Cafés platzieren ihre Sessel und Tische auf dem unebenen Kopfsteinpflaster. Die Stadt ist grün, ihre Märkte bunt und das Leben findet in angenehm stressfreiem Tempo statt. Perfekt für ein paar entspannte Tage zwischendurch!

Frau fotographiert ein Graffiti mit ihrem Smartphone

In der Belgrader Innenstadt

Heißluftballone fliegen über eine Gebirgsregion

Die berühmten Heißluftballons in Kappadokien

5. Über Bulgarien in die Türkei

„Was gibt’s eigentlich noch?“ Wer keine Lust auf Interrail wie auf Stock-Bildern hat, fährt nach Bulgarien. Der Interrail-Pass bringt euch nach Sofia, zu den römischen Ruinen in Plovdiv oder an die Küste nach Varna zu Sandstrand und Wassermelone. Bulgarien grenzt im Südosten an die Türkei. Von der Grenze sind es etwa 250 Kilometer bis Istanbul. Ab hier steht euch die Welt offen. Die Türkei ist so groß wie vielfältig. Ein Geheimtipp: Fahrt nach Kappadokien! Die Felsformationen wirken bei Sonnenaufgang wie ein Gemälde. Die bunten Tupfer auf der Leinwand sind Heißluftballons, die in der Früh und abends in Scharen über den Felsen schweben.

Checkt euch gleich eure Verbindung!

Alle Infos zu Routen und Timetables findet ihr bei der ÖBB Fahrplanauskunft SCOTTY.

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