Gut Purbach, Max Stiegl

So gut, Max!

Max Stiegl hat aus seinem Gut Purbach die beste Adresse am Neusiedler See gemacht. Zum Glück ist es auch ein Wirtshaus geblieben.

Ausnahmekoch Max Stiegl hat aus dem einstigen Gemeindegasthaus einen gastfreundlichen Ort gemacht, wo es großartige pannonische Küche in entspanntem Rahmen gibt.

Für Generationen diente der alte Lesehof als Gemeindegasthaus von Purbach. Seit einigen Jahren aber kommen die Gäste auch von ganz weit her, um die hochklassige, stets in den Traditionen der pannonischen Heimat wurzelnde Küche von Max Stiegl zu erleben. Wer aus Wien anreist, hat es umso beschaulicher - die Bahnfahrt führt vorbei an einigen der berühmtesten Weinbergen der Region und bietet Gelegenheit, sich schon auf das einzustimmen, was alsbald im Glas funkeln wird.

Vom Bahnhof ist es ein kurzer Spaziergang durch das alte Winzerdorf am See, bevor man im Gut empfangen wird. Bei Schönwetter lockt der intime, mit Bäumen bestandene Innenhof. Aber auch in der eleganten Stube, wo zeitgenössische Kunst und Möbel der klassischen Moderne die Atmosphäre bestimmen, ist es mehr als behaglich.

Max Stiegl ist Gastronom aus Berufung, so darf man sich hier vom ersten Augenblick in die wohlige Atmosphäre authentischer Gastfreundschaft gehüllt wissen. Kaum, dass man Platz genommen hat, ist die stets verschmitzt fröhliche Seele des Hauses, Sommelier Laszlo "Direktor" Gosztonyi zur Stelle. Um den einen oder anderen trockenen Schmäh anzubringen, aber natürlich auch, um mit einem gut gekühlten Willkommensschluck für Erfrischung zu sorgen.

Basic Infos

  • Gut Purbach
  • Hauptgasse 64, 7083 Purbach am Neusiedler See
  • +43 (0)2683 56086
  • Donnerstag - Samstag von 12:00 - 14:00 Uhr und 18:00 - 21:00 Uhr, Montag von 18:00 - 21:00 Uhr
  • Hauptspeisen € 17,- - 38,-
  • gutpurbach.at

Auf Vorbestellung gibt es die weithin gerühmte Spezialität des Hauses, ein ganzes, in der Schweinsblase gegartes Hendl mit Gänseleber und Trüffeln. ­Spektakulär gut!

Die gastronomischen Traditionen des Burgenlands werden hier hochgehalten. Das beginnt mit dem stets im Dezember abgehaltenen Sautanz, bei dem ein ganzes Schwein aus bäuerlicher Freilandhaltung zerlegt und zubereitet wird, von den köstlich knusprigen Grammeln über die zart geschmorte Leber bis hin zum monumentalen Braten. Dazu wird musiziert, der eine oder andere Schnaps wappnet gegen die Kälte, man stimmt sich gesellig auf die Freuden des Winters ein.

Halászlé, die gehaltvolle pannonische Fischsuppe, transponiert Stiegl mit Safran, Ingwer und einem Hauch Chili ins Ätherische. Wels, fangfrisch vom Fischer in Rust, wird auf der Haut knusprig gebraten, auf dass das schneeweiße Fleisch zart glasig gerät - in der Kombination mit Fisolen aus dem Garten und gestampften Erdäpfeln ein Gericht, das Stiegl mit sicherer Hand aus der bürgerlichen Küche in die Sphären der Grande Cuisine erhebt. Das kann der Dreihaubenkoch nämlich wie kein Zweiter.

Zur Wildzeit gibt es Reh, Hase oder Wildschwein, vor allem aber Wildgeflügel wie Ente, Ringeltaube, selbst Drossel und hie und da sogar Schnepfe - selten gewordene, aristokratische Genüsse. Am Sonntag aber wird großer Braten aufgefahren. Das kann Hochrippe vom trocken gereiften Rind sein, im Ganzen gebratene Lammstelze oder, wie auf unserem Bild, ein prachtvoll geknusperter Bauch vom Freilandschwein mit Serviettenknödel, Gurkensalat und Sauce béarnaise. Bei den Weinen kann aus dem Vollen geschöpft werden - ob charakterstarke, hauseigene Weine, viele der interessantesten Tropfen der Region oder zahllose internationale Größen. Noch dazu, wo die Heimfahrt ganz kommod mit der Bahn bestritten wird!

Sonntagsbraten

Sonntagsbraten vom Freilandschwein.

Fotocredits: Gerhard Wasserbauer, Blagovesta Bakardjieva, carolineseidler.com