Bregenz Stadtpanorama

Mein Bregenz

Go West! Das Ländle kennt viele Vergnügungen auch abseits der Skipisten. In Bregenz am Bodensee kann man es sich so richtig gut gehen lassen, weiß Local Melanie Renner.

Im Westen nichts Neues? Kann man nicht behaupten, wenn man Bregenz besucht. Keine andere österreichische Stadt vermittelt mehr das Gefühl von "Urlaub, jetzt sofort!" - das mag an der Weite des Bodensees liegen oder an der Nähe zu Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz. Und auch unserem Dialekt sagt man einen gewissen exotischen Flair nach. Meine Heimat bietet viele Arten von Sightseeing an, und das alles an nur einem Ort - Kunst, Kultur, Kulinarik, Design und die pure Natur mit Blick auf ein blaues Juwel. Die Lage zwischen Berg und See ist natürlich unschlagbar; das und die Mischung aus Urbanität und Ländlichkeit machen Bregenz zu einem Schmelztiegel aus Kultur, Tradition und Innovation. Die Stadt ist nicht groß, jeder kennt jeden, jeder trifft jeden. Dennoch sind wir sehr weltoffen und freuen uns, wenn unsere Heimatstadt Bregenz wertgeschätzt wird. Denn wir genießen und lieben die Vielfalt - und die findet man auch zur kalten Jahreszeit, selbst wenn man kein besonders großer Skifan ist.

Ein Besuch im Vorarlberg Museum und im Kunsthaus Bregenz sollte dennoch auf jedem Programm stehen. Letzteres zählt inhaltlich wie auch architektonisch zu Europas wichtigsten Ausstellungshäusern zeitgenössischer Kunst und bietet seinen Gästen ein hochkarätiges und immer inspirierendes Kunstvermittlungsprogramm. Danach empfiehlt sich ein winterlicher Spaziergang die Promenade entlang zum Hauptquartier der "Bregenzer Festspiele". Das fast unwirklich schöne Bühnenbild von "Rigoletto" zählt nicht umsonst zu den beliebtesten Fotomotiven hier - wir alle hoffen, dass der gigantische Clownskopf im Sommer 2021 wieder zum Einsatz kommt, wenn die größte Seebühne der Welt ihre Tore eröffnet.

Kulturgenuss der anderen Art findet man bei einem Bummel durch die ruhige Oberstadt. Vom touristischen Treiben der City ist sie nur einen steilen Stadtsteig entfernt, schon von weitem sieht man die alten Befestigungsmauern und lässt die moderne Welt außen vor. Historische Wappen, ein mumifizierter Haifisch und das Relief einer keltischen Göttin lassen jeden sofort in eine mythische Welt eintauchen. Architektonisch hat Bregenz sowieso einiges zu bieten, hier steht zum Beispiel auch das Haus mit der schmalsten Fassade Europas, nur 57 cm breit und in der Kirchstraße gelegen.

Ihnen steht der Sinn mehr nach Weite und Größe? Dann rauf auf unseren Hausberg, den Pfänder. Der Blick auf Bregenz und den Bodensee von seinem Gipfel aus ist einfach wunderschön, man kann wandern, rodeln, spazieren, Ski fahren, jausnen, in der Pfänderdohle einen Glühwein genießen - und wenn man müde ist, fährt man einfach mit der Panorama-Gondel der Pfänderbahn runter.  Vorarlberg ist ein kleines Land mit einem großen Herzen. Und wir haben einen hohen Anspruch an das, was bei uns entsteht. Wer also nach Stadtbummel oder Wanderung seinen Flüssigkeitshaushalt in den Griff bekommen will, der greift am besten zu "VO ÜS". Von uns - so die hochdeutsche Übersetzung - ist die beste Limonade aus dem Ländle, und ohne die Sorte "Zitrone Zirbe" probiert zu haben, sollten Sie nicht abreisen. Ist übrigens eine gute Alternative zum hier omnipräsenten Enzian Schnaps, den nicht jeder gut verträgt.

Kulinarisch hat Bregenz natürlich auch auf dem Teller viel zu bieten: Ein Neuzugang, aber jetzt schon ein Fixstern, ist das "Weiss", wo regionale Vorarlberger Zutaten nach Nordic-Vorbild in kreativen Gerichten umgesetzt werden. Eigentlich sollte das In-Lokal bereits im März 2020 öffnen, der "Lockdown" durchkreuzte allerdings die Pläne. Und was tat das findige Team rund um Milena Broger, Theresa Feurstein und Erik Pedersen? Sie boten Lunchbags und Picknickkörbe to go an, prall gefüllt mit wundervollen Leckereien zum Zuhause genießen - immer bio, immer gut. Noch hungrig? Reichhaltiges Frühstück direkt am Hafen gibt es im "Pier 69", köstliche Hausmannskost im "Goldenen Hirschen", Heurigen-Schmankerl bei Wohlfühlatmosphäre im "Maurachbund" - und im "Kolibri" bekommt man auch winters das beste Eis mit vielen veganen Sorten.

Stadtskizze von Bregenz

Mich trifft man nach der Arbeit oft im "Buongustaio": Hier gibt es herrlichen Wein für Italophile, ich trinke dort am liebsten ein Glas Lugana. Später geht es dann noch in die "Kreuz Bar". Da gilt zwar "sehen und gesehen werden", vor allem aber überzeugen Christian Pfeiffer und sein Team mit sensationellen und kreativen Cocktails.

Wer Entspannung abseits von leiblichen Genüssen sucht, wird auch bald fündig: Wer an der Bregenzer Pipeline entlang spaziert, kommt bald nach Lochau, wo auch ich wohne - und da zum "Hotel Kaiserstrand". Dessen Badehaus ist im Sommer ein Highlight, im Winter wartet es mit einem 900 m2 Spa auf, das auch für Nichthotelgäste jede Menge Wohlgefühl bietet -  besonderes Ambiente mit Blick auf den See garantiert. Und den kann man auch in der kalten Jahreszeit erobern: Die Schiffsbetriebe bieten durchgehend ein abwechslungsreiches Programm an, wer das neue Jahr auf besondere Weise begrüßen möchte, der ist an Bord einer Silvesterkreuzfahrt genau richtig.

Anreise

Der ÖBB Railjet verbindet die Bundeshauptstadt Wien tagsüber jede Stunde über Linz, Salzburg und Innsbruck mit Vorarlberg und alle 2 Stunden direkt mit Bregenz. Die Reisezeit im Railjet von Wien nach Bregenz beträgt ab 6h 47min. Infos: oebb.at Wer die Strecke zwischen dem Osten und dem Westen Österreichs lieber im Schlaf überbrücken möchte, kann im ÖBB Nightjet reisen, der Nacht für Nacht zwischen Wien und dem Ländle unterwegs ist. Infos unter nightjet.com

Tipps

1. Das KUB

Im von Stararchitekt Peter Zumthor entworfenen Kunsthaus Bregenz kuratieren Direktor Thomas D. Trummer und sein Team aufsehenerregende Ausstellungen der interessantesten Künstler rund um den Erdball.

2. Der Pfänder

Der Bregenzer Hausberg punktet mit einer umwerfenden Aussicht über den Bodensee und weit über 200 Alpengipfel. Ob zu Fuß oder mit der Panoramagondel ist er immer einen Besuch wert. Und oben warten herrliche Wirten.

3. Das "Weiss"

Aktuell der Hotspot für Foodies: Milena Broger und Erik Pedersen kochten bereits für das "Noma" in Dänemark und eröffneten kürzlich mit Theresa Feurstein ihr eigenes Lokal. Regional, saisonal, immer besonders.

4. Die Oberstadt

Abseits vom Trubel der City ein echtes Juwel: Die historische Oberstadt ist perfekt für einen entspannten Spazier - gang und ein Leckerbissen fürs Auge. Besonders schön: Der Martinsturm. Es gibt auch tolle Führungen.

Beitrag aus: Railaxed Magazin Winter 2020
Fotocredits: Christiane Setz/ visitbregenz