Maja und Stefan

Grenzenlos

Die Liebe von Maja und Stefan überwand so manche Grenze. Nicht nur im Zug, sondern auch im Leben. Uns hat Maja ihre beeindruckende Geschichte erzählt. 

Drei Kinder, 5 Enkelkinder und 2 Urenkel: Was im Sommer 1955 bei einer Reise nach Italien begann, hatte viele schöne Auswirkungen auf zahlreiche Menschen. Im Zug funkte es zwischen der jungen Schweizerin aus strengem Elternhaus und dem liebevollen Maurer aus dem Burgenland. Zwei Zugfahrten, ein Schnitzel als Snack und ein Kuss auf Capri besiegelten ihr Schicksal - und dieses hat die ehemalige Französisch- und Englischkorrespondentin immer gerne selbst gestaltet. Sie entschied sich für die Liebe, für ihren (mittlerweile verstorbenen) Mann, für Österreich als neue Heimat - und hat ihre Entscheidung nie bereut. 

Sich treu bleiben

Das Geheimnis ihres Beziehungsglücks begann in den ÖBB, den Rest nahm sie aber selbst in die Hand. "Frauen neigen dazu, vieles still zu er dulden, aber das darf nicht sein. Wenn etwas nicht passt, müssen sie sich auf die Füße stellen. Meine Ehe war deswegen so gut, weil es viel Toleranz gab. Und auch eigene Interessen und Freundschaften, die man pflegte. So haben wir es immer gehalten", erzählt sie. Aber auch die gemeinsamen Wanderungen und Reisen haben das Ehepaar fest aneinandergeschweißt: "Heute reise ich zwar öfters in der Fantasie, aber blicke auf ein abwechslungsreiches Leben zurück. Mit meinen Töchtern teile ich die Liebe zum Ballett - eine hat in der Pension sogar wieder damit angefangen - arbeite für die Telefonseelsorge und schreibe immer noch viel und gerne. Ein neues Buch über eine tolle Freundin ist in Vorbereitung.“

Wer Majas Lebensgeschichte kennt, ahnt, dass sich diese mutige Fr au nicht so leicht ins Boxhorn jagen lässt. Selbst im coronabedingten Lockdown im Frühjahr 2020, als sie kaum das Haus verließ, fand sie einen Weg, um Familie und Freunde umarmen zu können. Sie zog einen Regenmantel verkehrt herum an, mit der Kapuze nach vorne, kombinierte dazu Handschuhe - und drückte in ihrem Garten alle, die sie liebt. Denn Grenzen, die gibt es meistens nur im Kopf. Aber niemals im Herzen.

Maja und Stefan mit Familie
Tour d’Amour

Im Speisewagen einen Liebestrank statt Kaffee genossen? Am Bahnsteig erst angerempelt und dann umgehauen worden? Den Sitznachbarn zum Ehepartner gemacht? So wie Hans und Maria ergeht es vielen Reisenden: Sie werden während einer Zugfahrt von Amors Pfeil getroffen.

Wir wollen Ihre persönliche Bahn- Liebesgeschichte hören: Schicken Sie diese über das Kontaktformular und verzaubern Sie uns damit!

Text: Nikolaus Prokop
Fotos: Walter Predatsch/Walter-Photographie