Mini-Burger

Im Rhythmus der Jahreszeiten

Emotional verwurzelt, frisch auf den Tisch

Das Menü

Die Häferlguckerin zeigt, dass auch in Snack-Ideen Besonderes stecken kann, wenn es um Themen wie Saisonalität, Regionalität, Nachhaltigkeit und Resteverwertung geht.

Wie schnell sich doch der Wind dreht - als lägen Generationen und Welten dazwischen. Mir ist zwar noch nicht klar, warum es unbedingt eine Krise benötigt, um uns diese äußerst begrüßenswerte sowie köstliche Entwicklung zu bescheren. Die Erde dreht sich zwar genauso schnell wie die Wochen, Monate, Jahre zuvor, doch habe ich den Eindruck, als wäre sie stehengeblieben. Und das nicht zum Nachteil. Denn es wird wieder bewusster und genussvoller über den Tellerrand geblickt. Zusehends lassen wir uns zu mehr saisonalem Genuss hinreißen. Auch mit der regionalen Küche kokettieren wir. Doch: Kannibalisiert der Food-Trend am Ende gar das Bekenntnis zu kompromisslosem, nachhaltigem Verantwortungsbewusstsein?

Wie ich finde, hat diese Dynamik weniger mit Trends von morgen oder übermorgen zu tun. Sie ist vielmehr eine Lebensphilosophie. Wir erkennen aus freien Stücken die unschätzbaren Werte außergewöhnlicher regionaler Spezialitäten. Sind verantwortungsvoller mit unserem Nahrungsmittelkonsum geworden. Denken darüber nach, woher unsere Lebensmittel kommen und welche Auswirkungen es hat, das gesamte Jahr hindurch Erdbeeren kaufen zu können - auch dann, wenn sie in Österreich keine Saison haben und über tausende Kilometer Transportweg zu uns kommen.

Die Menschen sind sensibler geworden und bewegen sich auch in der eigenen Küche im Rhythmus der Jahreszeiten. Wir lernen, dass in Verbindung mit regionaltypischen Produkten jede Saison für sich wirklich Großartiges bietet. Das zeigt uns nicht nur die Spitzengastronomie. Wenn wir ehrlich sind, lehrte uns das auch schon Oma. Gerade deswegen sollten wir wieder mehr auf sie hören, auch wenn es für manche Menschen altmodisch klingt.

Ich kann mich noch ganz genau erinnern, als wäre es gestern gewesen. Samstag war Markttag und der Wiener Brunnenmarkt lag ganz in der Nähe. Meine Oma nahm mich immer mit. Als kleines Mädchen war das für mich wie ein Ausflug in die weite Welt - ein bunter Mix aus orientalischen Gerüchen, exotischen Früchten und hei mischen Spezialitäten. Trotz der Vielfalt hatte meine Großmutter ihre Lieblingsmarktstände, bei denen sie immer kaufte. In den Einkaufskorb wanderte das, was die heimische Natur gerade zu bieten hatte. Das Huhn wurde von der Fleischerei um die Ecke mitgenommen - und zuhause restlos verwertet. Blieb vom Sonntagsschweinsbraten etwas übrig, kam er am nächsten Tag fein aufgeschnitten als kalte Platte auf den Tisch und das Bratenfett aufs Brot. Sie hat mich gelehrt, dass ein Apfel, der nicht mehr in der Hochblüte seines Daseins steht, nicht unbedingt dem ewigen Kreislauf des Werdens und Vergehens zum Opfer fallen muss. Die Resteküche war damals geradezu alltäglich. Heute erkennen wir, dass auch sie es in sich hat und aus ihr völlig Neues und Köstliches entstehen kann.

Zucchini-Schafskäse-Bällchen mit Tsatsiki

Zucchini-Schafskäse-Bällchen

Zutaten für 4 Portionen

Für die Bällchen

  • 1 Zucchini
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 100 g Schafskäse
  • 1 Ei
  • Brösel
  • Mehl griffig
  • ½ Handvoll frische Minze
  • Meersalz, schwarzer Pfeffer (aus der Mühle)
  • Pflanzenöl zum Frittieren

Für das Tsatsiki

  • 1 Feldgurke
  • 250 g cremiges Joghurt
  • Knoblauch
  • Dille getrocknet
  • Meersalz, schwarzer Pfeffer

Zubereitungszeit: 40 Minuten
Für Hobbyköche

Griechisch auf Österreichisch. Dieser griechisch anmutende Partysnack wird mit österreichischen regionalen Spezialitäten gestaltet.

Für die Zucchini-Schafskäse-Bällchen den Zwiebel und den Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden.
Minzeblätter waschen, trocken schütteln und fein hacken.
Die Zucchini fein raspeln und gut ausdrücken.

Zucchini, Zwiebel, Knoblauch, Minze, Schafkäse zerbröseln und gemeinsam mit dem Ei vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen.
Ca. jeweils zwei Esslöffel Mehl und Brösel untermischen, bis die Masse eine Konsistenz hat, so dass man Bällchen formen kann.
Bällchen in der gewünschten Größe formen.
Die Bällchen in Brösel wälzen und in heißem Pflanzenöl goldgelb und knusprig frittieren. Auf Küchenrolle abtropfen lassen.

Für das Tsatsiki die Gurke fein raspeln und gut ausdrücken. Mit dem Joghurt glatt rühren und mit Knoblauch und Gewürzen abschmecken.

Mini-Burger

Mini-Burger

Zutaten für ca. 16 Burger

Für die Burger Buns:

  • 250 g Weizenmehl glatt
  • 15 g frische Germ
  • 1/4 TL Zucker
  • 100 ml Milch
  • 30 g weiche Butter
  • 1 kleines Ei
  • Sesamsamen zum Bestreuen

Für die Zwiebelmarmelade:

  • 500 g rote Zwiebeln
  • 150 g brauner Zucker
  • 100 ml roter Portwein
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Roter Balsamicoessig

Für die Burger-Patties:

  • 500 g Bio Rinderfaschiertes
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL frische Thymianblätter
  • 1 EL Weißweinessig
  • 2 gestrichene TL feines Salz und 1 gestrichener TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Etwas Öl zum Herausbacken

Mini-Burger sind für jede Feier oder auch als Appetizer der absolute Hingucker, lassen sich ganz simpel nach Lust und Laune kreativ variieren und gestalten. Sie können warm oder aber auch kalt genossen werden. Die Burger Buns, also die Brötchen, backen wir selbst und für die Burger-Patties, also für die Fleischlaibchen, nehmen wir regionales Biorinderfaschiertes.

Für den Burger Buns Germ mit Zucker und einem Teelöffel lauwarmer Milch verrühren und an einem warmen Ort zu einem Dampfl gehen lassen.
Mehl, lauwarme Milch und Butter, Ei verquirlen (etwas Ei zum Bestreichen zurückbehalten) und mit dem Dampfl zu einem glatten Hefeteig kneten, Schüssel zudecken und an einem warmen Ort ca. 60 Minuten gehen lassen, bis das doppelte Volumen erreicht ist.
Backbleck mit Backpapier belegen. Aus dem Teig walnussgroße Teigstücke zu Kugeln formen und mit etwas Abstand auf das Blech setzen. Kugeln etwas flach drücken und an einen warmen Ort stellen und weitere 20 Minuten gehen lassen.
Backrohr auf 180°C Umluft vorheizen. Mit dem übrig gebliebenen verquirltem Ei die Teigkugeln bestreichen und mit Sesam bestreuen. Auf mittlerer Schiene 15-20 Minuten goldgelb backen, herausnehmen und abkühlen lassen.

Für die Zwiebel-Marmelade Zwiebeln schälen, in feine Ringe schneiden oder hobeln. Mit braunem Zucker in einen Topf geben und ca. 5 Minuten erhitzen. Mit Portwein ablöschen, mit Salz und Pfeffer würzen. Offen ca. 35-40 Minuten einköcheln lassen und mit Balsamicoessig abschmecken. Abkühlen lassen.

Für die Burger-Patties Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Thymianblättchen hacken. Faschiertes mit den Zwiebeln, Knoblauch, Thymianblättchen, Salz, Pfeffer und Essig sorgfältig mischen. Fleischlaibchen in der gewünschten Größe formen.
In einer schweren Pfanne mit etwas Öl bei mittlerer Hitze bis zum gewünschten Gargrad braten. Für Medium ca. 2 ½ Minuten auf jeder Seite braten. Für das Wenden einen Pfannenwender verwenden.

Zum Anrichten die Burger Buns in der Mitte auseinanderschneiden und die Zwiebel-Marmelade und das Faschierte Laibchen schichtweise auf den unteren Teil setzen. Die Käsescheiben zurechtschneide und gemeinsam mit einem Basilikum Blatt belegen. Den Deckel daraufsetzen und mit einem Holzspießchen feststecken.

Apfel-Walnuss-Gugls

Apfel-Walnuss-Gugls

Zutaten für 12 Stück

  • 2 Eier
  • 100 g Butter
  • 100 g Staubzucker
  • 25 ml Walnusslikör
  • 50 ml Milch
  • 200 g Äpfel - geschält und entkernt
  • 100 g Mehl glatt
  • 100 g Walnüsse gerieben

zusätzlich: Minigugelhupfformen (wie Muffinformen, nur in Gugelhupfform)

Zubereitungszeit: 20 Minuten + 15 Minuten Backzeit
Für Hobbyköche

Meine Oma hat mich gelehrt, dass man runzelig, in die Tage gekommene Äpfel nicht wegwerfen muss. Ob in der Wiese liegend vom Baum gefallen mit kleinen Schönheitsfehlern, oder ein wenig verrunzelt, welk - in die Tage gekommen eben - kein Grund, sie gleich zu entsorgen. Mit diesen Minigugls werden Äpfel restlos verarbeitet und erleben ein süßes Revival.

Backrohr auf 180°C (Umluft) vorheizen.
Die Eier mit Butter und dem Staubzucker schaumig rühren. Den Walnusslikör sowie die Milch unter ständigem Rühren dazu geben. Mehl und die geriebenen Walnüsse unter die Masse rühren.
Den Apfel in kleine Würfel (ca. 3 x 3 mm) schneiden und unter den Teig heben.
Den Teig in die Minigugelhupfformen einfüllen und ca. 15 Minuten backen. Auskühlen lassen und aus der Form lösen.

Noch mehr Rezepte zum Nachkochen finden Sie unter haeferlguckerin.at
Fotocredit(s) © Michael Genswaider