14.12.2018

Weg mit dem Dreck - so sparen wir auf Reisen Müll, Geld und Nerven


Autor — Janina Lebiszczak



Diese Welt - zumindest Teile davon - ist beseelt vom Gedanken, nicht vor die Hunde zu gehen. Denn der sorglose Umgang mit Ressourcen zeigt bereits deutliche Auswirkungen: Die Menge an Müll, die weltweit jedes Jahr entsteht, beträgt Informationen der Weltbank zufolge rund zwei Milliarden Tonnen. Im Jahr 2050 wird laut Prognose um 70 Prozent mehr Müll entstehen als derzeit - insgesamt rund 3,4 Milliarden Tonnen. Kurzum: Wir ersticken in unserem eigenen Mist.

Nachhaltigkeit am Zug

So viel Abfall vermeiden wie nur möglich, heißt es nun: Zero Waste lautet das Ziel! Doch wie funktioniert das auf Reisen? Müllvermeiderin Sabrina Haupt gibt in ihrem Nachhaltigskeitsblog Tipps für einen umsichtigeren Lebensstil. Wir haben die Frau mit dem grünen Gedanken gefragt, auf was wir achten können, wenn wir mit dem klimafreundlichsten aller Transportmittel verreisen.



Sabrina Haupt © Kristina Eggers

"Ich nehm immer meine Trinkflasche aus Edelstahl mit. Das Nachfüllen ist etwas schwierig, da es im Zug nur Trinkwasser in PET-Flaschen gibt, da habe ich auch schon mal eine zweite Flasche bei mir. Auf Kaffee verzichte ich, würde aber auf einen bereits befüllten Coffee-to-go-Becher zurückgreifen. Und im Zug nachfüllen lassen," so die Umweltexpertin: "Als Proviant habe ich meist Brot, Obst, Nüsse, Kekse und Aufstrich dabei - je nach Länge der Zugreise - und das in Jausenboxen aus Edelstahl. Die sind leichter als die aus Glas."

Der Göffel und du

Und wenn es eine längere Reise wird? "Im Nachtzug wird ja allerhand von den ÖBB zur Verfügung gestellt. Ein verpacktes Einmal-Handtuch, Schlapfen, Sekt, Fruchtmus im Quetschi und ein Frühstück. Entweder habe ich ein Handtuch mit oder ich verwende das Einmal-Handtuch und packe es aber dann, zusammen mit den Schlapfen, ein und nehme sie mit nach Hause. Bei der Rückfahrt kann ich beides noch einmal verwenden und lasse die zweite Garnitur im Zug, damit sie für die nächsten Reisenden zur Verfügung gestellt wird. Die, die ich mit nach Hause nehme, eignen sich hervorragend als Gästepantoffel," so Haupt. Und weiter: "Am Bahnhof und auf der Reise fällt wenig Müll an, je mehr Essen ich selbst von zu Hause dabei habe. Das ist natürlich vom Gewicht her streckenweise etwas mühsam. Aber da man Koffer oder Rucksack bei einer längeren Wartezeit in die Schließfächer verstauen kann, ist das für mich kein Problem. Ich hab meistens eine zweite, kleinere Tasche mit, wo ich Proviant, Pass, Geld etc. drin hab. Damit kann ich mich dann gut bewegen und bin versorgt. Aja, ein Göffel, eine hybride Form von Besteck, die die Form eines löffelartigen flachen Messers mit zwei bis vier Zinken hat, aus Holz oder Edelstahl und eine Stoffserviette im Gepäck, das ist auch nie verkehrt!"

Kartonbox mit Plastikflaschen

Zug um Zug in eine müllfreie Zukunft?

Ja, es ist möglich. Wir haben die wichtigsten Tipps für euch zusammengefasst.

Kick am Morgen: Wer seinen Tee oder Kaffee zu Hause zubereitet und im Mehrwegbecher für einen Refill mitnimmt, spart Müll und Geld.
Wasser marsch: Glasflaschen bzw. Trinkflaschen aus wiederverwertbarem Kunststoff oder Edelstahl sind nicht nur im Fitnesscenter, sondern auch auf Reisen ein Muss.

Papier sparen: Mit der ÖBB-Ticket App kaufen wir unsere Tickets mit dem Smartphone. Auch Bücher, Zeitungen und Zeitschriften kannst du digital lesen.

Alu-Alternativen: Snacks für unterwegs kommen in wiederverwendbare Behälter oder werden in Wachspapier eingewickelt. Schicke Vorratsdosen gibt es auch aus Holz oder plastikfreien Materialen.

Frisch bleiben: Wiederverwendbare Miniflaschen für Duschgel und Shampoo reduzieren den Müllberg. Statt für jeden Trip Neues in Reisegrößen zu kaufen, können diese immer aufgefüllt werden. Feste Öko-Seifen für Haare und Körper sind sowieso am besten für die Umwelt.