07.11.2018

Den Herbst erlesen - die besten Buchtipps für die Zugreise


Autor — Janina Lebiszczak



Sie ist Österreichs Buchpäpstin Nummmer 1 und eine eigene Marke für sich. Rotraud Schöberl liebt Bücher, lebt Bücher, spricht über Bücher und - man kann ja nicht nur vom Lesen leben - verkauft sie. Bei "Leporello", Österreichs sicherlich zentralster und wahrscheinlich individuellster Buchhandlung am Wiener Stephansdom.

Die leidenschaftliche Anhängerin des unabhängigen Handels ist den Österreichern ein Begriff. Und dank ihrer dienstäglichen Frühstücks-TV-Auftritte auf "Puls 4" sogar jenen, die ihre Freizeit nicht unbedingt mit Schmökern verbringen. Auch wenn deshalb nicht alle den Weg ans Bücherregal finden: Die leidenschaftliche Lektüre-Lady wird immer versuchen, die Flamme der Leselust am Lodern und das Interesse am Druckwerk aufrechtzuhalten.

Wir haben sie darum gebeten, uns ein Paket für den Herbst zu schnüren, das pures Literaturvergnügen für jeden Geschmack bietet. Sie hat mit gewohnter Emphase ihre Auswahl getroffen, für kurze und auch lange Strecken. Denn wo kann man besser lesen als im Zug: gemütlich im Abteil bei einem dampfenden Heißgetränk, wenn die Landschaft draußen vorbeifliegt und man den Kopf frei hat, um seiner Fantasie freien lauf zu lassen ...

Nur ein Buch kann das

Doch vorab noch eine Frage an Frau Schöberl, was sie in diesem heißen Bücher-Herbst lesen wird: "Ich bin schon sehr neugierig auf die '21 Lektionen für das 21. Jahrhundert' von Yuval Noah Harari. Das wird nicht nur garantiert ein Bestseller - er ist für mich auch der spannendste Zukunftsdenker", so die Buch-Päpstin. "Es erscheinen einige großartige Romane wie etwa 'Neujahr' von Juli Zeh, Krimis wie 'Zorn der Einsiedlerin' von Fred Vargas oder auch die Autobiografie von Michelle Obama. Fad wird mir bestimmt nicht!"
Uns mit Schöberls Lese-Tipps sicher auch nicht.

Kurz und knackig: Stories für kurze Strecken

Neue Geschichten von Anna Gavalda: Mitreißend und berührend, mit Witz und Leichtigkeit über Hoffnung und die wunderbare Macht der Liebe und die Wendepunkte im Leben: "Ab morgen wird alles anders".

Eine vielstimmige Sammlung aus Momentaufnahmen und eine Liebeserklärung an die Unterschiedlichkeit der Welt: Der vielreisende Stadtliebhaber Wojciech Czaja nimmt uns in "Hektopolis" mit auf seine Trips.

In dreizehn skurrilen Erzählungen spielt er lustvoll mit den Erwartungen seiner Leserschaft und lotet Grenzen aus: von Gut und Böse, Vernunft und Wahnsinn, Schein und Sein: Joaquim Machado de Assis "Das babylonische Wörterbuch".

Sitzfleisch & Lesevergnügen: Schmöker für lange Strecken

Verschlungene Familiengeschichte, ein Porträt unserer Zeit, Beziehungschaos, Flucht, Lebenskrisen und Identitätssuche - und all das ungemein fesselnd von Michael Köhlmeier auf 550 Seiten erzählt: "Bruder und Schwester Lenobel".

So gut wie Balzac, so tief wie Joyce, so raffiniert wie Thomas Mann, so beschlagen wie alle drei zusammen und so süchtig machend wie Downton Abbey - sagt der Verlag und hat so recht damit. Anthony Powell: "Ein Tanz zur Musik der Zeit in 12 Bänden".

Eine großartige Neuausgabe sämtlicher Simenon-Werke erscheint gerade im Kampa Verlag. Der Anfang besteht aus 12 Bänden mit den Krimis um Kommissar Maigret und sechs der sogenannten großen Romane - damit kommst du doch schon ziemlich weit. Stellvertretend sei genannt: Georges Simenon: "Maigrets Jugendfreund".

 
 
 
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Ein Roman voll schweifender Sehnsucht, Romantik und echtem Leben aus der Feder eines der großen deutschsprachigen #Gegenwartsautoren. In einem Wiener #Kaffeehaus lernt ein #Schriftsteller den alten #Russen Suvorin kennen. Suvorin war ein erfolgreicher #Pianist, doch das ist lange her. Nun steht er am Ende seines Lebens, will seine Geschichte erzählen. Gebannt hört ihm der Schriftsteller zu, denn in Suvorins #Schicksal spiegeln sich ein Wille, eine Energie, die ihm vertraut sind. Und immer geht es ums Ganze: um #Freiheit und #Rebellion, #Schönheit und #Verfall, um das von der #Kunst geschaffene Unvergängliche. #selbstbildmitrussischemklavier #WolfWondratschek #ullstein #roman #ullsteinempfiehlt #literatur #kahlaporzellan @kahlaporzellan

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Lust auf Österreich? Unser Land kann man auch erlesen.

Eine Hommage an die Musik und die Freiheit der Kunst - und an das Wiener Kaffeehaus: Wolf Wondratscheks "Selbstbild mit russischem Klavier".

Erwachsenwerden in der österreichischen Provinz der Achtziger Jahre: Nie war es so hinreißend und komisch, wie von Wolf Haas erzählt: "Junger Mann".

Die Tiroler Bergwelt einmal anders - aber mit einer unerfüllten Liebe, einem ungeklärten Mord und einer spannenden Spurensuche: Gerhard Jäger: "Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod".

 
 
 
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