16.09.2018

Die ultimative Checkliste für entspannte Reisemomente


ENTSPANNT UNTERWEGS
Autor — Kerstin Reinprecht



Checklisten eignen sich dafür, Wichtiges zu notieren und nach Schema F abzuarbeiten. Sie können dich auf neue Ideen bringen und dir dabei helfen, deine Gedanken zu ordnen. Doch unter uns: Eigentlich sind diese Listen vollgestopft mit Vorschlägen, die vorschreiben, was man wie zu tun hat, wohin man unbedingt fahren soll und was man auf keinen Fall verpassen darf. Und schon ist er da, der Erfolgsdruck. Bloß nichts auslassen und auf keinen Fall die Spiegelreflexkamera zu Hause vergessen. Du willst dich ja auch nach dem Urlaub noch an jedes kleine Detail erinnern können.

Wir meinen: Lass dir nicht von einem Stück Papier vorschreiben, was du zu tun hast. Schon gar nicht in deiner Freizeit oder vor deiner langersehnten Reise - wo kämen wir denn da hin?

Ja, genau. Wo kämen wir eigentlich hin, wenn uns niemand vorschreibt, was wir zu tun haben? Wenn wir einmal den unkonventionellen Weg gehen, das Auto stehen lassen, den nächsten Flieger verpassen und einfach ein Oneway-Ticket kaufen und in die Bahn einsteigen (keine Panik: Am Ticketschalter gibt´s Rückfahrscheine, falls man es sich doch anders überlegt).

Ganz ohne Planung geht es dann doch nicht, zumindest nicht, wenn man sich auf ein paar Tage Erholung eingestellt hat. Da bekanntlich der Weg das Ziel ist, können kleine Hilfestellungen in der Vorbereitung buchstäblich richtungsweisend sein. Wir geben dir einige Anregungen, wie du entspannt auf Reisen gehst. 

1. Die Kunst, loszulassen

Glückliche Freiheit im Sonnenschein

Du gehörst zur seltenen Spezies, die gedanklich kurz die Reiseplanung durchgeht und ein paar Dinge einpackt, um sich für einige Tage tiefenentspannt aus dem Alltag zu verabschieden? Glückwünsch. Für jene, die beim Aufzählen der To-do-Liste bereits in ein meditatives Mantra verfallen, haben wir einen Tipp: Beim Reisen geht es nicht darum, mit vollgepacktem Koffer durch die Gegend zu gondeln oder sich alle Sehenswürdigkeiten einer Stadt an einem Tag anzusehen. Die Kunst eines entspannten Urlaubs liegt darin, loszulassen. Alles, was dich im Alltag stresst, kann getrost zu Hause bleiben. Du hast keine Lust, immer erreichbar zu sein? Dann lass dein Smartphone daheim. Du willst ausschlafen? Tu es. Klingt einfach? Ist es auch.

2. Platz in den Koffer packen

Closeup vom Kofferpacken

Du gehörst zu den Menschen, die lieber eine Garnitur Kleidung mehr einpacken, um auf Nummer sicherzugehen? Wenn sich deine Gedanken vor der Reise um die Frage "Was wäre, wenn ...?" drehen, verflüchtigt sich die Entspannung schon, bevor sie es sich überhaupt gemütlich machen konnte. Ohne unnötigen Ballast lebt es sich nicht nur besser, man kommt auch unbeschwerter durch das Leben. Also: Mut zur Lücke und ein bisschen Platz für Spontanität im Koffer lassen.

3. Balance finden

Frau meditiert an einem See

Wenn du eines in deinen Yogakursen gelernt hast, dann, dass auf Anspannung immer Entspannung folgen soll. Nur so können Körper und Geist im Gleichgewicht bleiben. Soll heißen: Im Alltag versuchen wir oft, über unsere Grenzen zu gehen, uns mehr aufzuladen, als uns eigentlich lieb ist. Vom Meeting am Morgen zum Lunch und wieder hinter den Schreibtisch, danach zum Indoor-Cycling-Kurs und abschließend den Tag bei einem After-Work-Drink ausklingen lassen. Echt jetzt? Was man sich übers Jahr öfters mal zu Herzen nehmen sollte, gilt besonders für den Urlaub: Tschüssi Ballast, Servus Balance!

4. Weniger Filter, mehr Gefühl

Touristin in Budapest

Nur, wer bei sich selbst angekommen ist, kann den weiteren Weg auf sich nehmen. Wenn die Gedanken ruhig werden und du deinen Herzschlag und Atem wahrnehmen kannst, dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um deine Reise zu beginnen. Vergiss während deiner Expedition nicht, an schönen Orten innezuhalten und den Moment zu genießen - ohne Kamera, ohne Filter und ohne das Gefühl, etwas zu verpassen.

Du bist das erste Mal in einem neuen Land unterwegs und versuchst, so viele Eindrücke wie möglich aufzusaugen? Verständlich. Aber: Setze dir lieber kleine Meilensteine auf deiner Reise. Suche dir die Sehenswürdigkeiten aus, die du auch wirklich sehen willst. Nimm dir Zeit und verweile zumindest ein paar Minuten, um dir deine Bilder in Ruhe anzusehen - auch das kann zur Entspannung beitragen.

5. Perspektivenwechsel

Yogaübung im Freien

Jeder Ort hat seinen ganz besonderen Charme. Es müssen nicht immer gleich ferne Länder oder Sprachen sein. Manchmal reicht es schon, den Blickwinkel zu ändern, um neue Impressionen zu gewinnen. Was auf Reisen gilt, kann man sich auch gelegentlich im Alltag gönnen: Zeit nehmen, innehalten und genießen. Wer zwischen Hektik und Alltagsroutinen die Welt für einen kleinen Augenblick anhalten kann, hat die größte Herausforderung des Lebens gemeistert: die Entspannung.

 
 
 
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