26.04.2018

So geht s (noch) weiter: 5 Ausflugsziele, die Sie mit der Wiener S-Bahn erreichen


TRAVEL
Text — Jasmin Kreulitsch



Es gibt neun verschiedene S-Bahn-Linien, die die Hauptstadt Wien mit dem Umland verbinden. Das ist nicht nur für Pendler praktisch, sondern auch für Wochenend-Ausflügler: 5 Ausflugsziele, die Sie direkt mit der Wiener S-Bahn erreichen.

 

1. Ritterliche Reise: Mit der S3 nach Leobendorf zur Burg Kreuzenstein



Burg Kreuzenstein thront auf 226 Metern Höhe. (c) Weinviertel Tourismus_Mandl


Erreicht man mit der Wiener S-Bahnlinie S3 die Gegend nördlich der Donau zwischen Korneuburg und Stockerau, sieht man schon vom Zug aus die imposante Burg Kreuzenstein auf einer Höhe von 226 Metern thronen. Also schnell aussteigen am Bahnhof Leobendorf/Burg Kreuzenstein und rein ins ritterliche Vergnügen! Wegen ihrer Lage in unmittelbarer Nähe des Zusammentreffens von Donau und Wienerwald war die Burg in früheren Jahrhunderten eine mächtige und vor allem strategische Wehranlage, ist aber heute nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form erhalten: An ihrer Stelle steht eine Schauburg gleichen Namens, die man besuchen kann (ab 1. April 2018): Zu sehen gibt es unter anderem eine Rüstkammer, einen Rittersaal, ein Fürsten- und ein Jagdzimmer, eine Burgküche und eine Kapelle. 

 

2. Wein-Wandern: Auf Heurigentour nach Jedlersdorf und Strebersdorf



Darf’s ein Gläschen Wein in Jedlersdorf oder Strebersdorf sein? (c) WienTourismus_Popp und Hackner


Die altrosa Linie der Wiener S-Bahn ist der perfekte Begleiter, wenn man am Wochenende auf Heurigentour gehen möchte: Von der Station Floridsdorf fährt man in wenigen Minuten weiter zu bekannten Heurigen-Orten wie Jedlersdorf (mit der Straßenbahnlinie 26, z. B. zur Station Edmund-Hawranek-Platz) oder Strebersdorf (mit den Straßenbahnlinien 30 und 31, z. B. zur Station Carabelligasse). Hier schlendert man dann durch die malerischen Kellergassen der Orte, kann sich entspannt durch die eine oder andere Rebsorte kosten – und wieder mit der S-Bahn nach Hause fahren.

 

3. Kultur-Tour: Mit der Vorortelinie auf Beethovens Spuren in Oberdöbling



Ludwig van Beethoven lebte rund 35 Jahre in Wien. (c) Beethovenmuseum, Birgit und Peter Kainz


Mit dem Wiener Vorortbezirk Oberdöbling verbindet man meist nur opulente Villen und entsprechend betuchte Bewohner, dabei gibt es hier auch eine große Portion Kultur zu entdecken: Wer mit der Vorortelinie nach Wien/Oberdöbling fährt (die S-Bahn-Station wurde übrigens vom Architekten Otto Wagner entworfen), kann auf den Spuren von Ludwig van Beethoven wandeln! Wien war 35 Jahre lang der Lebensmittelpunkt des Komponisten ? vor allem Oberdöbling. Ende 2017 wurde die bestehende Beethoven-Wohnung in der Probusgasse 6 zu einem 265 m² großen Beethoven-Museum erweitert. Beethoven-Fans finden nun neben der Wohnung im Beethoven-Museum zwei weitere original erhaltene Wohnungen mit persönlichen Gegenständen und Musik-Hörstationen. Von der Station Oberdöbling spaziert man in rund 25 Minuten zum Beethoven-Museum; wer lieber fahren möchte, erreicht das Museum auch ab Wien/Heiligenstadt mit der Buslinie 38A und steigt bei der Station Fernsprechamt Heiligenstadt aus.

 

4. Römische Reise: Mit der S7 in die Römerstadt Petronell-Carnuntum



BU: Im Grenzort Petronell-Carnuntum entdeckt man eine beeindruckende Sammlung an römischen Ausgrabungen. (c) Atelier Olschinsky_Archaeolog. Kulturpark NOE Betriebs GmbH


Die Flughafenlinie S7 macht in einer historischen Stadt Halt, in der man sich auf den Spuren der Römer bewegen kann: Petronell-Carnuntum wurde im Jahr 6 nach Christus als befestigtes Winterlager gegründet und entwickelte sich – als Schnittpunkt zwischen der Bernsteinstraße und der Limesstraße gelegen –
in den folgenden Jahrhunderten zu einer der bedeutendsten Städte des römischen Imperiums. Hier staunt man nicht nur über eine römische Festung, sondern auch über ein römisches Stadtviertel: Gezeigt werden unter anderem Rekonstruktionen wie eine große Therme, das Haus des Lucius sowie die Villa Urbana, ein römisches Stadtpalais. 

 

5. Eisenbahn-Erlebnis: Mit der S1 nach Strasshof ins Eisenbahnmuseum



Das Eisenbahnmuseum „Das Heizhaus“ in Strasshof beherbergt über 350 Fahrzeuge. (c) Herbert Ortner/Wikipedia


Eine unterschätzte S-Bahnstation an der S1 ist Strasshof, wo große und kleine Lokfans im Eisenbahnmuseum „Das Heizhaus“ voll auf ihre Kosten kommen. Das Museum beherbergt über 350 Fahrzeuge, historische Betriebsanlagen und eine der ältesten Spur-S-Anlagen Europas aus dem Jahr 1938. Ein besonderes Highlight für Familien sind die Dampfbetriebstage, an denen zahlreiche Dampfloks zum Staunen und Mitfahren einladen. 

 
 
 

Jasmin Kreulitsch

Freie Autorin. Blattmacherin. Kolumnistin. Reisejournalistin. In Klagenfurt aufgewachsen, in Wien studiert, in Berlin ausgebildet. Zählt konsequent die Tage von einer Reise zur nächsten und hat ihren Koffer immer bereit, um darüber zu schreiben, warum es sich lohnt, die Welt zu entdecken. Mehr davon auf kosmopoetin.com

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