18.04.2018

Trentino im Doppelpack: 7 Tipps für den Mädelstrip nach Rovereto


TRAVEL
Text — Jasmin Kreulitsch



Wo vor exakt 100 Jahren noch die Grenze zwischen Österreich-Ungarn und Italien verlief, findet man heute im Trentino einen gelungenen Mix aus italienischem Charme und österreichischen Einflüssen – und das ideale Ziel, um mit der besten Freundin für ein Wochenende in Bella Italia abzutauchen. 7 Ideen für den perfekten Mädelstrip in und um Rovereto.

1. In der Altstadt von Rovereto auf Entdeckungstour gehen


Dass die Zweiten oftmals die Ersten sein können, beweist die zweitgrößte Stadt im Trentino (www.trentino.com): Rovereto (www.visitrovereto.it) hat zwar „nur“ 35.000 Einwohner, kann aber locker mit dem großen Bruder Trient mithalten. Vor allem die Altstadt bezaubert mit vielen malerischen Ecken. Und weil alles klein und kompakt ist, steht beim Mädelstrip kein kilometerlanger Marsch auf der Tagesordnung, sondern gemütliches Flanieren: In Rovereto kann man perfekt zu Fuß gehen und sich durch die hübschen Altstadtgässchen treiben lassen. An vielen Stellen erkennt man die Geschichte der Stadt, denn man schlendert immer wieder zwischen italienischen Palazzi, venezianischen Elementen und österreichischer Architektur – und natürlich jeder Menge Cafés für die verdiente Pause ...



Schmale Gassen und Tore, bunte Fassaden und Fresken in Rovereto. (c) Jasmin Kreulitsch



Wolfgang Amadeus Mozart spielte in Rovereto sein erstes Konzert in Italien. (c) Jasmin Kreulitsch



In der Altstadt kann man noch heute den venezianischen Einfluss erkennen. (c) Jasmin Kreulitsch

2. Bei Kaffee & Schokolade relaxen


Italien ohne Kaffee ist unvorstellbar, ein Mädelstrip ohne ausgiebigen Kaffeetratsch auch. Da trifft es sich gut, dass es in Rovereto die älteste Kaffeerösterei Italiens gibt! Schon seit 1790 steht die „Kaffeerösterei Bontadi“ (www.bontadi.it) für großartige Kaffeekreationen, den Rohkaffee bezieht die Firma von Kaffeeplantagen auf der ganzen Welt. Mitten im Altstadtzentrum gibt es seit Kurzem auch das Kaffeemuseum „CoBo“, wo man nicht nur eine einzigartige Sammlung von über 300 Werkzeugen für die Produktion und Verarbeitung von Kaffee anschauen kann, man kann auch eine Führung mit Kaffeeverkostung buchen. Weil aber bei einem entspannten Mädelstrip nach dem Kaffee auch die Schokolade nicht fehlen darf, geht’s direkt weiter in die „Cioccolateria Exquisita“ (www.exquisita.it): Hier wird die beste Schokolade der Region hergestellt, die man nicht nur kosten, sondern auch mit nach Hause nehmen kann.



Schokolade, wohin das Auge reicht: in der Cioccolateria Exquisita. (c) Jasmin Kreulitsch



Den Kaffee der Kaffeerösterei Bontadi trinkt man am besten auf der Piazza delle Erbe. (c) Jasmin Kreulitsch



Im Kaffeemuseum staunt man über mehr als 300 Werkzeuge zur Verarbeitung von Kaffee. (c) Jasmin Kreulitsch

3. Im MART eine Prise Kunst schnuppern


Frisch gestärkt geht es jetzt ins „MART“, das Museum der modernen und zeitgenössischen Kunst (www.mart.tn.it/willkommen), das zu den bedeutendsten Museen Europas zählt. Die permanente Sammlung beinhaltet ca. 30.000 Malereien, Zeichnungen, Skulpturen und Drucke. Unter anderem staunt man über Werke von italienischen Künstlern wie de Chirico, Carrà, Burri, aber auch von Größen wie Beuys und Kandinskij. Die Zeitspanne der Stücke reicht vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur zeitgenössischen Kunst. Am Ende landet jeder Besucher im großen Museumsshop, wo es beim Mädelstrip die erste Station in Sachen Shopping gibt – in Form von Kunstdrucken, Büchern, Kleinkram und Accessoires.



Im MART bewundert man unter anderem Werke der italienischen Künstler de Chirico, Carrà oder Burri. (c) Jasmin Kreulitsch



Nach der Kunst geht’s zum Stöbern in den Museumsshop im MART. (c) Jasmin Kreulitsch

4. In Rovereto auf Shoppingtour gehen


Keine Frage: Wenn Freundinnen auf Reisen gehen, steht natürlich auch Shopping auf dem Programm. Rovereto mag zwar eine kleine Stadt sein, hat aber genug kleine Boutiquen und Shops, wo man ordentlich stöbern kann. Abseits der typisch italienischen Labels wie Benetton, Sisley oder Intimissimi fallen vor allem zwei Shops besonders ins Auge: Die „Boutique Pippi“ (www.facebook.com/Pippi-Boutique-178733688988505) wirkt wie ein hipper Concept Store und hat sowohl italienische als auch internationale Designer im Angebot, und das Mitbringsel für die daheim gebliebenen Männer shoppt man am besten bei „Giovanni Bacca“ (www.cappelleriabacca.it): Im ältesten Geschäft der Stadt dreht sich alles um Hüte, Mützen und Kappen und die passenden Accessoires für Herren.



Die Stücke in der „Boutique Pippi“ sind zwar hochpreisiger, aber dafür wunderschön (c) Jasmin Kreulitsch



„Giovanni Bacca“ ist das älteste Geschäft in Rovereto. (c) Jasmin Kreulitsch



Viele Geschäfte der Stadt haben ihre Fassaden nie modernisiert und verströmen das Flair vergangener Tage. (c) Jasmin Kreulitsch

5. Hoch oben bei der Friedensglocke Selfies machen


Die eindrucksvollste Stelle in Rovereto liegt etwa vier Kilometer außerhalb der Stadt auf dem Hügel von Miravalle. Hier oben hängt die „Campana dei Caduti“ (www.fondazioneoperacampana.it), die größte frei schwingende Glocke der Welt. Der Hintergrund der gigantischen Friedensglocke ist ein ernster: 1924 wurde die Glocke aus den Kanonen ehemalig verfeindeter Kriegsparteien gegossen und ist allen Soldaten gewidmet, die im Trentino im Ersten Weltkrieg gekämpft haben. Es ist die größte Glocke der Welt, die noch geläutet wird: Jeden Abend um 21.30 Uhr schlägt sie 100 Mal, um der Gefallenen aller Kriege und aller Nationen zu gedenken. Ein Besuch hier oben ist ein Erlebnis, vor allem zur Zeit des Sonnenuntergangs – da staunen beste Freundinnen erst über den historischen Hintergrund und machen dann als Andenken Selfies mit dem schönsten Hintergrund der Region.



Der Weg zur „Campana dei Caduti“ führt über eine mit Flaggen gesäumte Allee. (c) Jasmin Kreulitsch



Die „Campana dei Caduti“ ist 3,36 Meter hoch, hat einen Durchmesser von 3,21 Metern und wiegt über 226 Tonnen.
Kurz bevor die Sonne untergeht, ist der beste Zeitpunkt, um die Friedensglocke zu besichtigen. (c) Jasmin Kreulitsch

6. Alle Aussichten in Rovereto genießen


Keine Frage: Der Blick von der Friedensglocke auf Rovereto und Umgebung ist umwerfend, es gibt aber auch mitten in der Stadt tolle Aussichten, die man unbedingt genießen sollte. Durch die Altstadt geht es über ein paar Treppen und schmale Gassen hinauf zum „Castel Veneto“, einer venezianischen Burg aus dem 14. Jahrhundert. Hier oben hat man einen umwerfenden Blick auf die Altstadt und kann gleichzeitig etwas über die Geschichte lernen. In der Burg befindet sich nämlich das „Museo Storico della Guerra“ (www.museodellaguerra.it): Das Kriegsmuseum zählt zu den wichtigsten Museen dieser Art in Italien und beschäftigt sich vorwiegend mit den Befreiungskriegen im Ersten Weltkrieg. Auf dem Rückweg sollte man dann einen kleinen Abstecher zum Fluss Leno machen und entlang seines Ufers spazieren: Hier hat man einen schönen Blick auf das Wasser, die am Ufer gebauten Häuser und die weitläufigen Berge.



Das „Castel Veneto“ ist eine venezianische Burg aus dem 14. Jahrhundert. (c) Jasmin Kreulitsch



Railaxed-Autorin Jasmin Kreulitsch auf der Terrasse des „Castel Veneto“.



Am Ufer des Flusses Leno stehen ein paar prachtvolle Häuser. (c) Jasmin Kreulitsch

7. Essen, essen und nochmal essen


Was weder bei einem Italien-Urlaub noch bei einem Mädelstrip fehlen darf, ist Essen in Hülle und Fülle. In Rovereto findet man die besten Seiten der italienischen Küche mit einem Hauch von österreichischem Einfluss, den man beispielsweise an den „Canederli“ erkennt: Knödel, die im Trentino auf vielen Speisekarten stehen. Die schmecken unter anderem in der Variante von Stockfischknödeln mit Bergkäse und Pilzen im Restaurant des „Hotel Rovereto“ (http://hotelrovereto.it/de/restaurant/). Natürlich stehen auch Klassiker wie Pizza und Pasta auf dem Programm, zum Beispiel in den Lokalen mitten in der Altstadt. Besonders gemütlich geht es in der „Osteria del Pettirosso“ (www.osteriadelpettirosso.it) zu, wo man zum Beispiel eine sehr gute Polenta essen kann, ein typisches Gericht Norditaliens. Ein Highlight ist ein Dinner im „Casa del Vino della Vallagarina“ (www.casadelvino.info) in Isera (unbedingt reservieren!). Die Karte ist klein, dafür gibt es jeden Abend ein anderes Menü zu einem Thema, zum Beispiel das viergängige Fischmenü um 35 Euro pro Person. Neben Wasser und Kaffee ist auch Wein im Preis inkludiert (so viel man möchte!). Den kann man auch mit nach Hause nehmen – und beim nächsten Mädelsabend in Erinnerung an den tollen Freundinnenurlaub trinken ...



Kein Urlaub in Italien ohne Pizza! (c) Jasmin Kreulitsch



Im „Casa del Vino della Vallagarina“ gibt’s Themenabende, zum Beispiel Fisch, der dann mit Pasta serviert wird (c) Jasmin Kreulitsch



Typisch für die Region sind Canederli: die Trentino-Knödel. (c) Jasmin Kreulitsch

Die ÖBB bringen euch hin:

Ab Wien Hbf mit dem Nightjet bis Verona und dann weiter mit dem Regionalzug Richtung Bozen.
Ab Innsbruck Hbf 5x täglich direkt mit dem Eurocity.
Fahrplan und Tickets: tickets.oebb.at

 
 
 

Jasmin Kreulitsch

Freie Autorin. Blattmacherin. Kolumnistin. Reisejournalistin. In Klagenfurt aufgewachsen, in Wien studiert, in Berlin ausgebildet. Zählt konsequent die Tage von einer Reise zur nächsten und hat ihren Koffer immer bereit, um darüber zu schreiben, warum es sich lohnt, die Welt zu entdecken. Mehr davon auf kosmopoetin.com

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