09.01.2018

So Salzkammergut: 7 Plätze in Hallstatt


TRAVEL
Text — Jasmin Kreulitsch



Wo Massentourismus draufsteht, ist nicht immer Massentourismus drin: Obwohl Hallstatt ein Touristenmagnet ist und die Region zum UNESCO-Welterbe zählt, hat man Chancen, den malerischen Ort abseits unzähliger Urlauber zu entdecken. Sieben Ideen, wie, wann und wo man Hallstatt ganz für sich haben kann.

1. Zur richtigen Jahreszeit nach Hallstatt


Hallstatt  hat nur 750 Einwohner, pro Jahr kommen jedoch zwischen 600.000 und 700.000 Touristen in den bekanntesten Ort Österreichs. Wer den durchschnittlich 1.800 Personen am Tag entgehen will, sollte auf den Zeitpunkt seines Besuches achten: In den Sommermonaten drängen sich unzählige Asiaten durch das kleine Ortszentrum und es kommen im Schnitt täglich 80 Busse an; im Gegensatz dazu wirkt Hallstatt im Winter nahezu leer. Zwar sind noch immer genug Urlauber hier, man hat aber die Chance, den Ort auch für sich zu entdecken. Die ruhigsten Monate für Hallstatt-Urlauber abseits der Touristenströme sind ganz klar Jänner und Februar.



Hallstatt im Winter: Vielleicht kalt, aber dafür auch mit wenigen Touristen. (c) Jasmin Kreulitsch



Keine Sorge: Auch im Winter gibt es hier viele sonnige Tage. (c) Jasmin Kreulitsch

 

2. Der frühe Vogel entdeckt Hallstatt


Der größte Teil der Touristen kommt in Reisebussen nach Hallstatt: Die sogenannten Tagestouristen verbringen maximal einen Tag im Ort, meist sind es nur ein paar Stunden. Wer Hallstatt ganz für sich alleine haben möchte, muss einfach nur früh aufstehen: Dann kann es locker passieren, dass man den Marktplatz völlig ohne Menschen erkunden, alleine durch die schmalen Gassen gehen und hoch oben auf dem "Hallstatt Skywalk" Fotos machen kann - ganz ohne Angst zu haben, dass andere Touristen das Fotomotiv ruinieren.



Der Marktplatz in Hallstatt am frühen Morgen - menschenleer. (c) Jasmin Kreulitsch



Je früher, desto besser: Ein Spaziergang durch Hallstatt. (c) Jasmin Kreulitsch



Railaxed-Autorin Jasmin Kreulitsch auf dem "Hallstatt Skywalk" - ohne Touristen. (c) Jasmin Kreulitsch


3. Die Seite wechseln in Hallstatt


Egal ob Touristen, die in Reisebussen in Hallstatt ankommen, oder jene, die mit Bahn und Schiff anreisen: Es zieht alle Besucher in den Ortskern, auf den Marktplatz, zur evangelischen Christuskirche am Seeufer und zur katholischen Kirche Maria am Berg mit dem Friedhof und dem Beinhaus. Davon werden die meisten Fotos und Selfies gemacht. Wer Hallstatt fotografieren möchte, ohne unzähligen Selfiesticks ausweichen zu müssen, muss nur die Seite wechseln. Am Rande des Ortskerns, nur zehn Minuten vom Marktplatz entfernt, findet man auf der Badeinsel Hallstatt das perfekte Fotomotiv: Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Ort und dafür aber kaum Touristen.

 



Tagestouristen verirren sich selten auf die Badeinsel Hallstatt. (c) Jasmin Kreulitsch



Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf den Ort. (c) Jasmin Kreulitsch

4. Ans andere Ufer fahren


Weil die Einwohner von Hallstatt nie einen Bahnhof oder eine Uferstraße im Ort haben wollten, kommen Bahnfahrer auf der gegenüberliegenden Seite des Sees an und setzen dann mit einem Schiff in den Ortskern über. Es lohnt sich aber, mit der Überfahrt zu warten und Hallstatt vom anderen Ufer aus zu bewundern. Eine der schönsten Perspektiven hat man, wenn man mit dem Zug eine Station weiter nach Obertraun fährt und von dort zurück zum Bahnhof Hallstatt spaziert. In knapp 30 Minuten Gehzeit offenbaren sich wunderbare Blicke auf den malerischen Ort - ganz ohne Touristen.

 



Malerischer Blick von der anderen Seite des Hallstättersees. (c) Jasmin Kreulitsch



Bahnreisende kommen am Hallstatt gegenüberliegenden Ufer an. (c) Jasmin Kreulitsch

5. Hallstatt beim Wandern bewundern


Wer gerne spazieren oder wandern geht, marschiert in die andere Richtung los und erkundet den Ostuferwanderweg. Dieser führt von Obertraun bis Steeg/Bad Goisern und man wandert knappe 11 Kilometer direkt am Ufer des Hallstättersees entlang. Vor allem im Winter begegnen einem kaum Menschen - und wenn, dann nur die sympathischen Bewohner der Region Hallstatt-Dachstein-Salzkammergut. Warum? Asiatischen Tagestouristen fehlt ganz einfach die Zeit für diese Wanderung, deshalb erlebt man hier die ruhigsten Momente der Gegend.



Der Ostuferwanderweg führt 11 Kilometer direkt am Ufer des Hallstättersees entlang. (c) Jasmin Kreulitsch



Railaxed-Autorin Jasmin Kreulitsch auf dem Ostuferwanderweg. (c) Jasmin Kreulitsch

 

6. An der Oberfläche kratzen in Hallstatt


Das "Sportgeschäft Janu" ist der größte Shop in Hallstatt und ein Magnet für Touristen. Doch was die meisten Besucher nicht wissen: Die größte Attraktion findet sich nicht im Geschäft, sondern darunter. Bei einer Notgrabung vom Bundesdenkmalamt im Jahr 1990 stieß man hier auf ein Stück Geschichte: Die Funde stammen aus unterschiedlichen Epochen der Ur- und Frühgeschichte bis hin zur Neuzeit, die Grabung mit ihren Mauerresten zeigt 7.000 Jahre der Geschichte von Hallstatt. Wer heute ins "Sportgeschäft Janu" geht, ignoriert am besten die einkaufsfreudigen Touristen, geht über die Treppe in den Keller - und staunt ganz alleine über die Ausgrabungen.



Im "Sportgeschäft Janu" staunt man über Ausgrabungen aus unterschiedlichen Epochen der Ur- und Frühgeschichte bis hin zur Neuzeit. (c) Jasmin Kreulitsch



Was wie ein typisches Sportgeschäft wirkt, verbirgt im Keller einen Schatz. (c) Jasmin Kreulitsch

7. Abseits der klassischen Restaurants und Cafés


Es ist ein klassischer Reflex: Man kommt in einer Stadt an und geht in das erste Kaffeehaus, das man sieht. Lokale an bekannten Plätzen sind jedoch meist überlaufen. Das ist nichts Schlechtes, doch wer seinen Nachmittagskaffee abseits des Touristentrubels trinken will, wird auch in Hallstatt fündig. Direkt am Marktplatz gelegen, denkt man im ersten Moment, das Hotel "Seewirt Zauner"  hätte nur Zimmer im Angebot, dabei gibt es neben einem Restaurant auch die "Salzbar", die täglich von 8.00 Uhr bis 24.00 Uhr geöffnet hat. Weil die meisten Touristen in den typischen Cafés landen, kann man hier Kaffee und Kuchen in Ruhe genießen.



Süßer Kuchen, keine Touristen: Auszeit in der "Salzbar" beim "Seewirt Zauner". (c) Jasmin Kreulitsch



Room with a view: Das Doppelzimmer gibt es im Jänner um ca. 140 Euro. (c) Jasmin Kreulitsch

 
 
 

Jasmin Kreulitsch

Freie Autorin. Blattmacherin. Kolumnistin. Reisejournalistin. In Klagenfurt aufgewachsen, in Wien studiert, in Berlin ausgebildet. Zählt konsequent die Tage von einer Reise zur nächsten und hat ihren Koffer immer bereit, um darüber zu schreiben, warum es sich lohnt, die Welt zu entdecken. Mehr davon auf kosmopoetin.com

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