10.08.2017

1000 Moments: Budweis


TRAVEL
Text — Julia Deutsch



Dem tschechischen Touristen-Hotspot Prag steht Budweis in Sachen Kultur um nichts nach, es fühlt sich aber gleichzeitig relaxter an und ist herrlich bodenständig. Knapp 100.000 Einwohner zählt die Stadt und bleibt so überschaubar gerne bleibt man hier länger bei einem Bier sitzen und genießt das südböhmische Flair.

Echte Budweiser nennen die Stadt nicht Budejovice , sondern schlicht Budjeice . Im Zusammenfluss der Moldau und Maltsch gelegen, wurde die Stadt bereits vor 750 Jahren gegründet und hat sich seitdem zur größten Stadt der Region entwickelt. Budweis ist genauso, wie ein Kurzurlaub eben sein sollte: unkompliziert. Ahoj Budjeice! Wir haben mit Locals über ihr Budweis gesprochen, diese geben einen authentischen Einblick in die Hotspots und Perlen der Stadt, natürlich auch abseits vom berühmten Bier.

Anreise

Ein verlängertes Wochenende ist ideal, um die Vibes der Stadt wirklich aufsaugen zu können. Die Anbindung von Linz ist fantastisch, mit den ÖBB reist man ab 1:59 Minuten vom Linzer Hauptbahnhof nach Budweis. Für die Strecke gibt s auch Sparschiene-Tickets ab 9 Euro im Sitzwagen in der 2. Klasse.

Unterkunft Empfehlenswert für ein kleineres Budget ist das Cuba Bar & Hostel (Nová 2024/18), das vom Preis, Lage und Sauberkeit unschlagbar ist selbst auf den Style-Faktor muss man hier nicht verzichten. Wer mehr finanziellen Spielraum hat, der checkt am besten im Hotel Budweis (Mlýnská 6) ein, einer umgebauten alten Mühle aus dem 14. Jahrhundert, das sich nur fünf Gehminuten vom bekannten Schwarzen Turm befindet.

Die schönsten Plätze der Stadt

Der erste Anlaufpunkt ist auf jeden Fall der historische Kern der Stadt. Gotische, barocke und Einflüsse der Renaissance prägen die Bauwerke und geben der Stadt ihr pittoreskes Erscheinungsbild. Der Hauptplatz ist einer der größten in Mitteleuropa und stellt seit jeher für Touristen und Einheimische gleichermaßen den wichtigsten Orientierungspunkt dar. (c) Gerhard Bauer Hier findet man süße kleine Cafés wie das gemütliche Kavárna Manon, die gut erhaltenen Laubengänge der Barockhäuser eignen sich perfekt für Fotos. Als spezieller Tipp der Locals für Instagram-Fans der wunderschöne Piaristenplatz Piaristické nám?stí befindet sich nur unweit des Hauptplatzes und macht sich toll im Feed. Kulturbegeisterte sollten sich zudem auf keinen Fall die Stadtmauern und die Panská ulice ein gotisches Blockhaus aus dem 15. Jahrhundert entgehen lassen. (c) Gerhard Bauer Vom berühmten Schwarzen Turm aus genießt man die beste Aussicht über die Stadt und kann sich gleich zu Beginn einen Überblick verschaffen. Wer gerne spazieren geht, der sollte dies unbedingt im Park Stromovka oder an den Ufern der Moldau tun.

Das Bier

Die Stadt Budweis kennt man auch international, was hauptsächlich dem großen Erfolg des örtlich gebrauten Bieres geschuldet ist. Tschechen sind Weltmeister, das sagt auch die Statistik, denn der Bierkonsum pro Kopf ist nirgendwo so hoch wie hier verständlich bei dieser Tradition. Einheimische trinken ihren Gerstensaft am liebsten im traditionellen Restaurant Masné Krámy (Krajinská 13) im Zentrum der Stadt, wo man einen Liter Bier für umgerechnet 3 bekommt. (c) Gerhard Bauer Brauereiführungen in der Budweiser Brauerei und dem dazugehörigem Museum geben einen interessanten Einblick in die Welt des Bieres. Im Shop vor Ort findet man außerdem die komplette Auswahl an traditionellem Budvar und hat somit gleich das perfekte Souvenir für Familie und Freunde daheim gefunden.

Berühmte böhmische Küche

Die böhmische Küche ist deftig und nichts für kalorienbewusste Esser, sie schmeckt aber dafür umso besser. Die Lieblingsspeise der Budweiser ist Hovezí Svícková, ein Lendenbraten, der traditionell mit Rahmsauce und Semmelknödel serviert wird. Diesen genießt man am besten im Restaurant Budvar (Karla IV. 95/10) oder ebenfalls im bereits genannten Masné Kramy. Wer sich am Lendenbraten schon sattgegessen hat, der probiert einfach weitere Traditionsgerichte wie Schweinebraten, Rippchen oder Ente Fleischesser haben in Budweis und Tschechien auf jeden Fall einen Vorteil. Ein ganz besonderer Restaurant-Tipp ist außerdem das JB Steakhouse (Kne ská 418/4), wo die Qualität der Speisen als herausragend gilt. Für die Nachspeise empfiehlt sich eine tschechische Konditorei aufzusuchen laut den Einheimischen, sind die Cukrárna u broucku oder die Cukrárna Slunícko besonders empfehlenswert. Hier findet man mit Liebe gebackene Torten und Cupcakes. Dank der moderaten Preise kann man sich einmal quer durch das Angebot kosten.

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Nachtleben

In Budweis feiert man gerne in der Altstadt wimmelt es nur so von Bars wie dem Horka Vana (Ceská 7), wo selbstverständlich das Bier im Mittelpunkt steht. Auch nach Live-Musik muss man nicht lange suchen, hier geht man gerne in die Velbloud Music Bar (U Trí lvu 294/4). Wer übrigens neben Bier auch gerne Wein probiert, der sollte sich unbedingt die Kellerbar V Díre (Krajinská 35/1) anschauen, wo edel und hip aufeinander treffen und die unvergleichliche Atmosphäre zum Verweilen einlädt. Ins Maxim geht man zum Tanzen und bleibt dank der ausgelassenen Stimmung oftmals bis zum Morgenrauen. Weitere, von Locals empfohlene Afterhours finden Feierwütige im Paradox oder im Broukárna. Party machen ist bekanntlich kräftezehrend, deshalb sollte man auf jeden Fall einen nächtlichen Snack einplanen, zum Beispiel im Hladový Vokno oder in der Bageteria Pomáda, wo sich das junge Budweis auf Burger und Paninis trifft. (c) Gerhard Bauer

Shopping

Um Öffnungszeiten muss man sich in Budweis weniger sorgen als in Österreich. Hier sind die Shopping-Center und teilweise auch die Läden in der Stadt sieben Tage die Woche geöffnet. Es bleibt also genug Zeit, um Souvenirs und andere schöne Dinge zu kaufen, ganz gemütlich durch die Innenstadt zu schlendern und sich von den Schaufenstern inspirieren zu lassen. Eines der Lieblingsgeschäfte der Einheimischen ist das Geschenk- und Spezialgeschäft Papír Plojhar (Siroká 120/14), wo man ganz besonders hübsche Kleinigkeiten findet. Die zwei besten Shopping-Center der Stadt sind das IGY (sehr zentral gelegen) und das Globus (ein wenig weiter außerhalb), wo man sonst noch alles findet was das Herz begehrt.
Abschließender Tipp für alle Turteltauben: Besonders romantisch ist es dort, wo sich die beiden Flüsse Moldau und Maltsch treffen. Budweis muss man mit allen Sinnen erleben auf geht s in die größte Stadt Südböhmens.

Noch mehr Reisestorys findest du unter railaxed.at.

*gesponserter Artikel von ÖBB Titelbild: gemeinfrei CC0
 
 
 
 
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