13.08.2017

Strandidylle und Sommerparty am Wörthersee


TRAVEL
Text — Anita Arneitz



Ein Schloss am Wörthersee – okay, das kann sich nicht jeder leisten. Ein Wochenende mit heißen Partynächten, Promenadentheater und Picknick direkt am See aber schon. Wer wie einst der Kaiser mit Stil in die alpenländische Karibik reisen möchte, der nimmt die Südbahn und genießt den Panoramablick auf das Wasser.

Stars und Sternchen. Sie alle kamen an den Wörthersee, um sich im karibisch türkisen Wasser abzukühlen oder die Nächte durchzutanzen. Kaiser Franz Joseph und Sisi, Johannes Brahms, Gustav Mahler, Kirk Douglas oder Roy Black mischten sich auf der Promenade in Velden oder Pörtschach unters Volk. Flanieren, Eis essen, Leute schauen. Jeder Tag am See schien Sonntag zu sein. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Zumindest im Sommer. Dann lässt es sich am Wörthersee mit seinem Schätzchen noch immer gut auf die Pauke hauen.

Karibisches Flair am Wörthersee (c) Matthias Eichinger

Sonnige Partyplätze Dort macht David Hasselhoff wieder auf Rettungsschwimmer, da taucht Robbie Williams im Wasser ab und war das am Motorboot nicht gerade die – na, wie sie heißt sie noch mal, die aus dem Dschungelcamp? Die Promis zieht es noch immer an den See. Zwar ist das Staraufgebot nicht mehr so groß wie zur Hochblüte in den 1950er Jahren, doch ein wenig Glamour konnte sich Velden erhalten. Um das High-Society-Feeling zu erleben, empfiehlt sich ein Abstecher ins Schlosshotel Velden, Casino, die Gig-Bar, Schinakel oder Stamperl. Sollte es drinnen zu eng werden, wird auf dem Gehsteig bis in den Morgen weitergefeiert.

Velden am Wörthersee (c) Matthias Eichinger

A guates Essen Zum Aperitif oder schickem Essen geht’s mit dem Boot in die Seerestaurants Rosé, Lakeside-Lounge, Saag Ja, Hotel Seefels oder zum Jilly Beach. Gekocht wird auf hohem Niveau, serviert wird Regionales und Fangfrisches aus dem See. Das hat seinen Preis. Wer will, kann also richtig viel Geld im Urlaub ausgeben – muss aber nicht. Denn abseits der angesagten Promi-Hotspots lässt es sich sogar am Wörthersee günstig essen und nächtigen. Zum Beispiel im Strandcafé Weisses Rössl am Südufer. Ein Besuch gleicht einer kleinen, romantischen Zeitreise. Der Familienbetrieb bei der Schiffsanlegestelle Schiefling hat inzwischen Kultcharakter und besticht mit seiner urigen Gemütlichkeit.

Seerestaurant Rosé (c) Anita Arneitz



Das Strandcafe Weisses Rössl am Südufer (c) Anita Arneitz

Baden und radeln Für jene, die tagsüber schnell mal ins Wasser hüpfen möchten, wurden rund um den See kostenfreie Seezugänge geschaffen – mit Lianen, Hängematten und Holztreppen. Ideal für eine Pause mit dem Rad. Um möglichst viel vom Wörthersee zu sehen, sollte zumindest einmal eine Runde um ihn gedreht werden. Die 40 Kilometer Wegstrecke können bei Bedarf auch mit dem Zug abgekürzt werden.

Urlaubsfeeling am Strand (c) Anita Arneitz

Die neuen, freien Seezugänge sind mit Tafeln gekennzeichnet und sind rund um den See zu finden. Sie sind herrlich für ein Picknick zwischendurch, stundenlanges Sonnenliegen ist allerdings tabu. Zum einen sind die Plätze recht klein, zum anderen gibt es für längeres Badevergnügen ausgezeichnete Strandbäder mit entsprechender Infrastruktur, wie das Strandbad Klagenfurt. Es wurde bereits 1924 eröffnet und gilt als eines der größten Binnenseebäder Europas. Sandstrand und legendäre Holzbrücken mit Flirts inklusive.

Strandbad Klagenfurt (c) Anita Arneitz

Die Vielfalt macht`s Freilich ist der Wörthersee bekannt für seine lebendig-laute Seite. Doch er kann auch anders. Ein paar Schritte vom Trubel entfernt, haben Besucher die Natur ganz für sich alleine, zum Beispiel entlang des 55 kilometerlangen Rundwanderweges. Unterwegs wird einem erst die Größe des Wörthersees bewusst. Um den See einmal der Länge nach durch zu schwimmen braucht es mindestens sieben Stunden für die 17 Kilometer Gesamtlänge. Kalt wird es beim Schwimmen nicht. Trotz seiner Tiefe wärmt sich das Wasser auf über 25 Grad auf. Über 2.700 Fußballfelder würden in den See passen. Kein Wunder, dass sich Sonnenanbeter, Wasserratten, Partytiger und Naturfreunde ausbreiten, ohne sich gegenseitig zu stören. Diese Großzügigkeit und Vielfältigkeit zeichnet den Wörthersee aus.

Für jeden etwas dabei am Wörthersee (c) Matthias Eichinger

 
 
 
 

Anita Arneitz
lebt als journalistische Schreibnerdine am Wörthersee. Von hier aus erkundet sie den Alpen-Adria-Raum und teilt ihre Insider-tipps gerne mit anderen – bei kreativen Schreibnächten im Zug, in Zeitungen, Zeitschriften oder in Buchform. Zuletzt erschienen sind die Bücher „Kärnten ganz gemütlich“, „Wien mit dem Rad entdecken“ und „Trick 17 Urlaub und Reise“.
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