24.07.2017

6 Radeln entlang der Enns


TRAVEL
Text — Carolin Lang



  Als Schladmingerin ist für mich die Enns allgegenwärtig. Ich wohne direkt daneben, sehe sie aus dem Büro, bin mit dem Raftingboot hinuntergerauscht und das Ennswegerl ist perfekt für abendliche Spaziergänge.   Aber als Radstrecke habe ich den Weg entlang der Enns noch nicht wirklich oft genutzt. Doch meine Freundin Meli wollte mich schon vor einem Jahr überreden: Fahren wir mal den Ennsradweg, der soll so schön sein. Hier muss dazugesagt werden, dass Meli eine begeisterte und richtig gute Mountainbikerin ist. Ich fahre zwar auch hin und wieder gerne mit dem Bike, aber konditionell hab ich gegen sie kein Leiberl.   Gemeinsam entlang der Enns radeln © Carolin Lang   Daher schien mir unser Plan perfekt: Wir fahren mit dem Rad von Schladming (flussabwärts) nach Stainach, ganz gemütlich, und dann mit dem Zug nach Hause.   Und los ging s. Die Strecke nach Stainach ist mir als Ennstalerin natürlich keine Unbekannte, aber am Rad muss ich doch zugegeben, dass man seine Umwelt ganz anders wahrnimmt. Man hat Zeit die traumhafte Naturkulisse zu genießen und einem fallen viel mehr Details auf.   So bin ich an der Milchsammelstelle von Weißenbach bei Haus im Ennstal schon zig Mal vorbeigefahren, aber richtig wahrgenommen habe ich das kleine Hüttchen noch nie. Jetzt diente es Meli als Unterstand gegen die Hitze, während ich im Rucksack wie wild nach meiner Sonnencreme suchte. Schutz vor der Sonne finden wir in der Milchsammelstelle © Carolin Lang   Es war zwar erst halb 10 Uhr, aber die Sonne gab ganz schön Gas was durch den Fahrtwind und die angenehme Brise durch die kühle Enns während der Fahrt gar nicht so zu spüren war.   Kurz nach Aich machten wir Pause, eine Einbuchtung mit Bankerl direkt an der Enns schien uns dafür perfekt. Während ich meine Jause auspackte, überlegte Meli, ob sie sich nicht abkühlen sollte, verwarf den Gedanken aufgrund der doch recht starken Strömung aber gleich wieder. Nach dem Jausnen ging es für uns gestärkt weiter.  Eine Abkühlung gefällig? Lieber nicht! © Carolin Lang   Schließlich radelten wir an einem kleinen Teich vorbei mit unglaublich vielen Seerosen, davon musste ich natürlich ein Foto machen. Ein romantischer Teich voll mit Seerosen © Carolin Lang   Der Abschnitt nach Öblarn ist richtig toll und abwechslungsreich. Immer wieder etwas schmalere Wege, die links und rechts von Bäumen flankiert werden. Dann wieder offene Passagen an denen man die herrliche Umgebung samt Weitblick genießen kann.   An einer breiteren Stelle radelten wir nebeneinander her und plauderten über Gott und die Welt, als mir plötzlich mit voller Geschwindigkeit ein Insekt in den Rachen flog. Na toll , dachte ich mir, das hast davon wennst den Mund immer offen hast Während ich versuchte an dem Ungetüm nicht zu ersticken, kämpfte Meli aufgrund eines Lachanfalls um Luft.   Als wir uns somit in einer mehr oder weniger freiwilligen Pause befanden, wurden wir von einem älteren Paar überholt. Die Beiden schienen so, als würden sie solche Ausflüge öfter machen und vor allem, als wenn sie einige Tage länger unterwegs wären. Ihre Trekkingbikes wurden links und rechts jeweils von größeren Taschen geziert, die uns auf eine Mehrtagestour schließen ließen.   Nach dem kleinen Zwischenfall radelten wir gemütlich weiter in Öblarn wurden wir mit Biker willkommen -Tafeln und Ankündigungen für Radler-Menüs begrüßt. Das Menü wurde es zwar nicht, aber ein Getränk im kleinen Gastgarten haben wir uns gegönnt schließlich waren wir schon mehr als die Hälfte unserer Strecke geradelt. Wir fühlen uns willkommen! © Carolin Lang   Beim Weiterfahren fiel unser Blick immer wieder nach links es hat schon wirklich was, wie der Grimming so frei dasteht. Mit 2.351 Höhenmetern ist er zwar nicht der höchste Berg der Region, aber seine Wirkung ist unglaublich imposant. Der imposante freistehende Grimming © Carolin Lang   Hin und wieder sahen wir Bauern auf ihren Traktoren, die ihrer landwirtschaftlichen Tätigkeit nachgingen und zwischendurch lag immer wieder der Duft von frisch gemähtem Gras in der Luft. Ich liebe es!   Der Ennsradweg führt noch weiter bis nach Enns in Oberösterreich, wir zweigten aber in Stainach Richtung Bahnhof ab und hatten somit nach fast 44 Kilometern unser Ziel erreicht. Als der Zug einfuhr wurden wir vom Schaffner gleich zum Waggon für die Fahrräder verwiesen. Hier konnten wir unsere Bikes sicher verstauen. Unsere sicher verstauten Bikes auf dem Heimweg im Zug © Carolin Lang        
 
 
 
 

Carolin Lang
nach „Ausflügen“ nach Salzburg und Wien hat es die Schladmingerin endgültig wieder in ihre Heimat verschlagen. Liebt die Natur, Fotografie und gutes Essen – als Online Marketerin im Tourismus darf sie potentiellen Gästen die Schönheit der Region Schladming-Dachstein schmackhaft machen und macht dies aus vollster Überzeugung.
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