20.11.2016

Weihnachtliches Flair in Nürnberg


TRAVEL
Text — Mela Mörtenbäck



Der Nürnberger Christkindlesmarkt zählt zu den bekanntesten und traditionellsten Weihnachtsmärkten. Touristen aus aller Welt reisen in den letzten Wochen vor Weihnachten in die zweitgrößte Stadt Bayerns, um weihnachtliches Flair und kulinarische Spezialitäten wie etwa Nürnberger Lebkuchen oder 3 im Weggla zu genießen. Doch Nürnberg ist nicht nur wegen und auch nicht nur zur Weihnachtszeit einen Besuch wert.

Bis zurück ins 16. Jahrhundert führt die Tradition des Nürnberger Christkindlesmarkt, was ihn zugleich zu einem der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands macht. Die Qualität der angebotenen Waren und Produkte wird groß geschrieben und die ausschließlich in Holz gehaltenen Stände sorgen für ein einheitliches Erscheinungsbild. Erfreulich, den lieblosen Plastikkitsch vieler anderer Märkte sucht man hier vergeblich, stattdessen werden traditioneller, oft handgemachter Weihnachtsschmuck, Holzspielzeug und andere Kleinigkeiten sowie regionale Naschereien wie etwa Nürnberger Lebkuchen angeboten. Natürlich darf auch die allseits bekannte Nürnberger Rostbratwurst nicht fehlen. Die 3 im Weggla werden standesgemäß in einer Semmel mit Senf serviert und schmecken dank des Geruchs vom Holzkohlegrill einfach doppelt so gut.

"Drei im Weggla" (c) Mela Mörtenböck "Drei im Weggla" (c) Mela Mörtenbäck

 

Blick auf das Lichtermeer (c) Mela Mörtenbeck Blick auf das Lichtermeer des Christkindlesmarkt (c) Mela Mörtenbäck

Ebenso wie der Markt selbst, ist vor allem die feierliche Eröffnung des Christkindlesmarkts am letzten Freitag vor dem 1. Advent durch das Nürnberger Christkind von großer Tradition. Sie geht bis ins Jahr 1933 zurück, als eine Schauspielerin als Christkind verkleidet den Markt eröffnete. Heute wird das Amt regelmäßig neu vergeben, noch immer handelt es sich dabei um eine ehrenvolle und repräsentative Aufgabe für die Nürnbergerinnen.

(c) Mela Mörtenbeck Der Dom erstrahlt im Weihnachtsglanz (c) Mela Mörtenbäck

Neben dem Christkindlesmarkt lohnt in Nürnberg eine Besichtigung der mittelalterlichen Kaiserburg, die erhoben über der Stadt ein tolles Panorama weit über die Stadtgrenzen hinaus bietet und Einblick in das einstige Leben auf der Burg gewährt. Wer den Aufstieg auf den Sinnwellturm meistert, wird sogar mit einem 360° Panorama belohnt.

nu%e2%95%a0ernberg_kaiserburg_individualicious_02 Kaiserburg über Nürnberg (c) Mela Mörtenbäck

Hinab in die Stadt führt der Weg über die Albrecht-Dürer-Straße, vorbei an Dürers Hasen und am Albrecht-Dürer-Haus, zur Weißgerbergasse. Mehr als zwanzig der typisch-historischen Fachwerkshäuser haben den zweiten Weltkrieg überstanden und reihen sich hier farbenfroh aneinander. Der Spaziergang führt weiter über den Weinstadel, Henkersteg und Henkerturm in Richtung Pegnitz, ein kleiner Trödelmarkt ist ein guter Einkaufstipp fernab der üblichen Handelsketten.

nu%e2%95%a0ernberg_wei%e2%94%9c%c6%92gerbergasse_individualicious_03 Weißgerbergasse mit alten Fachwerkhäusern (c) Mela Mörtenbäck

Ebenfalls einen Besuch wert ist der Handwerkerhof am Frauentorturm nahe des Bahnhofs. Traditionelle Handwerkskunst wird hier groß geschrieben und vor allem zur Weihnachtszeit versprühen die Stände und Läden einen besonderen Charme. Lebküchner, Glasmaler, Töpferer, Zinngießer, Holzbrandmaler und Goldschmieden arbeiten Tür an Tür und verkaufen Unikate traditioneller Handwerkskunst.

handwerkerhof_individualicious_04 Handwerkerhof (c) Mela Mörtenbäck

 
 
 
 

Mela Mörtenbäck

ist leidenschaftliche Weltenbummlerin mit einem Faible für außergewöhnliche Unterkünfte, charmante Cafés und kleine Läden. Auf individualicious erzählt sie von ihren Reisen – und noch ein bisschen mehr.

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