17.04.2016

Linz frischer Wind & alte Klassiker


TRAVEL
Text — Mela Mörtenbäck



In Linz beginnt s! Wer so wo ich aus der oberösterreichischen Landeshauptstadt kommt und irgendwann los zog, um woanders zu studieren oder arbeiten, wird bei der Antwort auf die Frage woher man denn komme garantiert mit dieser Aussage konfrontiert...

Mit einem peinlich berührtem Grinsen versuche ich meist zu überspielen, dass ich diesen Spruch eigentlich schon lange nicht mehr hören kann und denke mir insgeheim, dass mein Gegenüber einfach ansonsten nichts über Linz weiß. Zu unrecht, denn spätestens seit Linz 2009 zur Kulturhauptstadt Europas ausgerufen wurde hat sich in der verstaubt anmutenden Stahlstadt einiges getan, so dass ein Besuch in jedem Fall lohnt. Beweis gefällig? Nun gut, zum einen wären da natürlich Klassiker wie der Dom (immerhin größte Kirche Österreichs), die Altstadt (in jungen Jahren vorrangig als Ausgehmeile bekannt, doch es lohnt sich auch tagsüber), der Hauptplatz (samt Dreifaltigkeitskirche) oder der Pöstlingberg (unbedingt mit der Pöstlingbergbahn hochfahren, die Aussicht genießen und noch einen Abstecher in die Grottenbahn machen).

Mariendom mit Pöstlingberg (c)Linztourismus - A.Sigalov- Mariendom mit Pöstlingberg (c)Linztourismus - A.Sigalov



Landstrasse von oben (c)TV Linz - E. Goldmann Landstrasse von oben (c)TV Linz - E. Goldmann

Zum anderen sind es aber jüngere Projekte, welche weit über die Stadtgrenzen hinaus von sich hören lassen. So etwa das Ars Electronia Center kurz AEC oder auch Museum der Zukunft in Linz-Urfahr, welches 1996 seine Türen öffnete und sich seither nicht nur großer Beliebtheit erfreut, sondern auch das Stadtbild modernisierte. Direkt gegenüber, am anderen Donauufer, begeistert das Lentos Kunstmuseum seit 2003 mit moderner und zeitgenössischer Kunst. Oder etwa das neue Linzer Musiktheater, welches seit April 2013, renommierte Theater- und Operninszenierungen in die Landeshauptstadt holt. Doch es sind nicht nur die klassischen Sehenswürdigkeiten und kulturellen Einrichtungen, welche Linz aufwerten. Es sind lokale Initiativen, junge Kulturprojekte und eine aufstrebende Gastronomieszene, welche Linz zunehmend auch bei einem jüngeren Publikum Aufmerksamkeit verschaffen. Es sind kleine Cafés wie Die Brüher, Friedlieb & Töchter oder die Gerberei die Berliner Flair nach Linz bringen, Lokale wie Die Donauwirtinnen, Wirt am Graben oder Paul s die frischen Wind in die Gastronomieszene bringen oder Shops wie Nørd, Salon Hochstetter, Kleider machen Leute die dafür sorgen, dass man auch in Linz stundenlang shoppen gehen kann. Und dann wären da noch die jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen, welche ein verlässlicher Anziehungsmagnet für Einheimische und Touristen gleichermaßen sind. Ein Pflichtpunkt ist der zweimal im Jahr (Frühling und Herbst) stattfindende Urfahraner Jahrmarkt, kurz Urfahr-Markt genannt.

Urfahraner Jahrmarkt © TV Linz Eckerstorfer Urfahraner Jahrmarkt © TV Linz Eckerstorfer

Oder etwa die Klangwolke, eine musikalische Freiluftveranstaltung im Donaupark, welche traditionell mit einem riesen Feuerwerk gefeiert wird. Oder das Pflasterspektakel, ein internationales Straßenkunstfestival welches 2016 sein bereits dreißigjähriges Bestehen feiert und verlässlich eine bunte Schar Besucher anzieht. Und dann wäre da noch der Höhenrausch, welcher seit dem Kulturhauptstadtjahr 2009 jährlich unter einem anderen Motto wiederholt wird. Das besondere daran? Das Holzkonstrukt auf den Dächern des Passage-Einkaufzentrums, des City-Parkhauses sowie Räumlichkeiten des OK Offenen Kulturraumes und des Ursulinenhofs, welches es ermöglicht, Linz aus einer völlig anderen Perspektive zu betrachten und über den Dächern entlang zu spazieren. Beweis genug?
 
 
 
 

Mela Mörtenbäck

ist leidenschaftliche Weltenbummlerin mit einem Faible für außergewöhnliche Unterkünfte, charmante Cafés und kleine Läden. Auf individualicious erzählt sie von ihren Reisen – und noch ein bisschen mehr.

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