04.01.2015

Hoch hinaus in Zürich


TRAVEL
Text — Mela Mörtenbäck



Vor etwas mehr als drei Jahren zog ich nach Tirol; das brachte zwei entscheidende Vorteile mit sich. Zum einen lebe ich nun mitten in den Bergen und kann so die Vorzüge des Stadtlebens mit Outdoor-Aktivitäten wie Skifahren, Wandern oder Mountainbiken kombinieren.  Zum anderen ist Innsbruck ein idealer Ausgangspunkt für Kurzurlaube oder Städtetrips in Nachbarländer...

Und so zieht es mich dank der günstigen Anbindung mittlerweile öfters nach Zürich als nach Wien. Denn mit rund 400.000 Einwohnern ist Zürich überschaubar und dennoch Großstadt genug, um von Shopping-Möglichkeiten über Kulturveranstaltungen bis hin zu tollen Restaurants und Cafés genug Angebote für ein abwechslungsreiches Wochenende bieten zu können. Die Anreise ab Innsbruck erfolgt schnell und bequem. Alle zwei Stunden fährt ein Railjet; keine dreieinhalb Stunden nach Abfahrt steigt man am Hauptbahnhof Zürich mitten im Zentrum auch schon wieder aus. Und erkundet fortan die Stadt am besten zu Fuß, denn die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Zürich s befinden sich innerhalb der gut erhaltenen Altstadt links und rechts der Limmat. So beginnt nur wenige Gehminuten vom Bahnhof das Altstadtviertel Niederdorf, das von den Einheimischen Niederdörfli genannt wird. Hier steht das Grossmünster, eine evangelisch-reformierte Kirche, die zu den bekanntesten Kirchen der Stadt gehört. Einer der beiden Türme, der Karlsturm, ist über 187 Stufen begehbar und bietet einen 360°-Panoramablick über Zürich, den Zürichsee und weit darüber hinaus. Die perfekte Gelegenheit, sich einen Überblick über die Stadt zu verschaffen  

Altstadt - (c) Mela Mörtenbäck Altstadt - (c) Mela Mörtenbäck

Am besten setzt man nun den Spaziergang durchs Niederdörfli in Richtung See fort. Kleine Läden fernab der üblichen Handelsketten laden hier zum Schaufensterbummel ein. Am besten also, etwas mehr Zeit mit einzuplanen. Für eine Kaffeepause empfehle ich das franzos, das Good to Go oder das Henrici. Abends bieten die Fensterplätze in der Bar Münster die ideale Gelegenheit, um bei leckeren Cocktails das Treiben auf der Straße zu beobachten. Doch bis dahin ist es noch etwas hin. Wir gehen weiter bis zum Bürkliplatz; von hier aus kann man den Schiffen beim An- und Ablegen ebenso zusehen wie den Großeltern, die mit ihren Enkelkindern Vögel füttern. Vor allem im Sommer ist die Seepromenade voll mit Einheimischen und Touristen, die die Sonne genießen, doch auch bei kühleren Temperaturen ist der Zürichsee einen Abstecher wert. Vielleicht ja auch bei einer Seerundfahrt?

Mela Mörtenbäck Good to Go - (c) Mela Mörtenbäck



Niederdörfli - (c) Mela Mörtenbäck Niederdörfli - (c) Mela Mörtenbäck

Zurück geht es über die Schipfe, die eines der ältesten Quartiere der Stadt ist. Im Gegensatz zur Bahnhofstraße, wo sich exklusive Boutiquen und bekannte Labels aneinanderreihen, finden sich hier erneut viele inhabergeführte Läden mit individuellen Produkten. Schon allein deren Anblick ist einen Spaziergang durch die Gassen der Schipfe wert. Weiter führt der Stadtbummel zum Lindenhof, einem leicht erhoben über der Stadt liegenden, öffentlichen Platz, der einen Blick auf den Limmat und das Niederdörfli bis zum Zürchersee freigibt.   Vom Hauptbahnhof bringt einen die Tram 4 in nur wenigen Minuten in den Kreis 5, wo sich das ehemalige Industriequartier Zürich-West befindet. Heute ist der Stadtteil im Umbruch, es entsteht ein junger Stadtteil mit einem teils alternativen Angebot an Shops und Restaurants, aber auch an interessanten Kultureinrichtungen. Schon von weitem ist der Freitag-Tower zu sehen. Hier befindet sich der Flagship Store jenes Unternehmens, das Taschen aus Planen herstellt. Hier kann man auch auf s Dach des Containers zu steigen.

Freitag Tower - (c) Mela Mörtenbäck Freitag Tower - (c) Mela Mörtenbäck

  Der Freitag-Tower liegt direkt am Areal von Frau Gerolds Garten, einem Stadtgarten, der mit eigenem Nutzgarten, kleinem Gastronomiebetrieb, ausgewählten Shops und Kunstprojekten ein lohnenswertes Ziel zu jeder Jahreszeit ist. In unmittelbarer Nähe werden Liebhaber von Vintage-Möbeln und Accessoires bei Walter oder Bogen33 garantiert fündig. Nur wenige Meter weiter beginnt das Zürcher Eisenbahnviadukt. Auf 500 Metern Länge dreht sich in den Bögen des Viadukts alles um Kunst, Design, Mode, Architektur und Gastronomie. Shoppingliebhaber werden in den Shops garantiert fündig, die Markthalle hingegen bietet von Fisch und Fleisch über Gemüse und Obst bis hin zu Käse und Wein alles, was Gourmetliebhaber schätzen. Täglich wechselnde Gerichte dieser regionalen Produkte lässt man sich am besten direkt im Restaurant schmecken.  

Frau Gerolds Garten - (c) Mela Mörtenbäck Frau Gerolds Garten - (c) Mela Mörtenbäck

Wer ausreichend durch die Altstadt und Shops von Zürich flaniert ist, findet in einem der vielen Museen Gelegenheit, den kulturellen Hunger zu stillen. Wer jedoch für kurze Zeit aus der Stadt raus möchte, fährt am besten auf den Hausberg von Zürich den Uetliberg. Auf 871 m.ü.M. offenbart dieser einen Blick über die Stadt und den See bis hin zu den Alpen und ist sommers wie winters ein beliebtes Ausflugsziel. Denn hier oben lässt es sich im Winter Rodeln, im Sommer Wandern oder Mountainbiken. Womit Zürich Innsbruck vielleicht doch ähnlicher ist, als gedacht...!?
 
 
 
 

Mela Mörtenbäck

ist leidenschaftliche Weltenbummlerin mit einem Faible für außergewöhnliche Unterkünfte, charmante Cafés und kleine Läden. Auf individualicious erzählt sie von ihren Reisen – und noch ein bisschen mehr.

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