WINTERSPORT

Let it FLOW!


AUS DEM RAILAXED MAGAZIN WINTER 2017
Text — Janina Lebiszczak

Glück kann man nicht kaufen. Aber eine Liftkarte! Ob auf Brettl’n oder am Board – hunderte Pistenkilometer warten in ganz Österreich darauf erobert zu werden.


Skischuhe, Stecken, Skier, Mütze, Brille, ein schicker Anorak, dann noch den Ski-Pass dazu und Taschengeld für Hüttengaudi und Après-Ski. Nein, der Wintersport ist nicht der günstigste, er ist mit einem hohen Organisationsaufwand verbunden – aber er zählt zu den größten Vergnügungen, die unsere Heimat in der kalten Jahreszeit zu bieten hat. Doch was genau übt diese große Faszination auf uns aus? Ist es der unmittelbare Kontakt zur Natur? Die sportliche Herausforderung, der Spaß an der Geschwindigkeit, die fabelhafte Aussicht? Oder doch nur unser Herdentrieb? Jeder dritte Österreicher gibt an, zumindest manchmal die Brettl’n anzuschnallen – was wahrscheinlich am heimischen Hang zum Hedonismus liegt. Denn: Skifahren gehört zu den Sportarten mit den meisten Glücksmomenten – wie eine Studie der Universität Klagenfurt besagt. Wenn der Ski durch den frischen Schnee fließt, Platz auf der Piste ist und die Geschwindigkeit kontrollierbar bleibt, sind Skifahrer laut dieser am glücklichsten. Bei diesen Bedingungen empfinden wir sogar eine veränderte Zeitwahrnehmung. „Flow“ nennen Sportpsychologen diesen herrlichen Zustand.

BIGGER IS BETTER

Aber wo erwedelt man sich den Flow am besten? Um die Skigebiete der Alpenrepublik aufzuzählen, bräuchten wir ein ganzes Buch. Stattliche 423 sind es, das größte zusammenhängende ist jenes um den Arlberg mit St. Anton als Epizentrum des Vergnügens. Warum es sich so nennen darf? Dafür haben der Bau der neuen Flexenbahn zwischen Zürs und Stuben/Rau, sowie der Trittkopfbahnen I und II und der neuen Albonabahn II gesorgt. Somit bieten nun insgesamt 87 Lifte und Bahnen eine perfekte Verbindung aller Orte. In Stuben, Zürs, Lech, Oberlech sowie Schröcken, Warth, St. Anton und St. Christoph stehen uns insgesamt 305 Kilometer Skiabfahrten zur Verfügung. Mit der Verbindung entstand auch eine neue Attraktion: die Skirunde „Run of Fame“. Diese umfasst die gesamte Dimension des Arlbergs, für die Bewältigung benötigt man einen ganzen Tag und wird dafür mit 65 Skiabfahrtskilometern belohnt.

Weil Skifahren ist das Leiwandste: vor allem wenn man das Glück hat, in der Region Zell am See-Kaprun zu wedeln. Im Bild: das Gletscherskigebiet Kitzsteinhorn.


Nur Fliegen ist schöner: St. Anton von oben – das kann man beim Tandem-Flug als Alternative zum Skisport erleben.


Stimmung in St. Anton: Der Tiroler „MooserWirt“ ist das Après-Ski-Epizentrum der Alpen und Garant für lange Nächte.



„Ich weiß nichts Schönres auf der Welt, als wenn ein Schnee vom Himmel fällt – so klein und weich und leise.“


Carl Peter Fröhling, Dichter


 

 

Anreise-Tipp


Von 29.12.2017 bis 2.4.2018 gibt es jedes Wochenende drei direkte Railjet-Verbindungen von Wien über Linz in den Pinzgau bzw. in die Kitzbüheler Alpen und retour. So reisen Sie z. B. bequem mit der Bahn in den Skiurlaub nach Zell am See, Saalfelden, Fieberbrunn, St. Johann/T., Kitzbühel, Kirchberg oder Hopfgarten.

Alle Infos finden Sie unter oebb.at/winterurlaub

SCHÖN UND SCHNEESICHER

Wer sicher gehen will, dass die Piste passt, sollte sich nach Zell am See und Kaprun begeben. Die Orte zählen zu den besonders schneesicheren Lagen in Österreich. Ski-Spaß ist auf dem Kitzsteinhorn das ganze Jahr über möglich, die Lifte sind bis zu zehn Monate geöffnet. In Zell am See wartet außerdem der „Schmitten“ mit 77 Pistenkilometern als besonders schneesicherer Berg auf uns. Und falls Frau Holle trotzdem streikt: Selbst wenn sich der Gletscher über einen Verlauf von 2.200 Höhenmetern erstreckt und der niedrigste Punkt auf bereits über 800 Metern liegt, wird der untere Bereich mit Schneekanonen gesichert. Für „Lords of the Board“ ist übrigens Kaprun ein absolutes Muss: Der „Glacier Park“ bietet ein abwechslungsreiches Set-up an Boxen, Tubes und Kickern, ab Dezember lockt die Superpipe.

WEDELBARES ÖSTERREICH

Das kleinste Skigebiet des Landes befindet sich übrigens mitten in Tirol: Wiesing/Astenberg bietet überschaubare 200 Pistenmeter, nur einen Lift, und der überwindet einen Höhenunterschied von 25 Metern. Aber nicht jeder will ja nur Kilometer machen. Viele Wintersportler bevorzugen Entspannung, Romantik und Hüttenzauber – und dazu ein ausgezeichnetes kulinarisches Angebot. Sie fühlen sich angesprochen? Dann ab nach Kitzbühel. Das Alpen-Kleinod ist nicht nur für sein reichhaltiges Pisten-Angebot für Anfänger und Profis bekannt, hier kommen Genießer auf ihre Kosten. Denn wer den Trubel um das berühmte Hahnenkamm-Rennen meidet, wird Kitz von einer anderen Seite kennen lernen. Urig, authentisch, gastfreundlich ist die Gegend, noch kann man echte Insider-Tipps erleben. Die Hochwildalm bei Aurach ist so einer: Abends heizt der Wirt den Kamin ein und kocht frisch auf. 

 




„Der Hahnenkamm soll die schwerste Abfahrt der Welt sein? Da geht es doch zweimal sogar bergauf.“


Hermann Maier, Legende



Hier wedelt der Wiener: Die Skiregion Semmering ist in nur zwei Stunden erreichbar und auch fürs Nachtrodeln bekannt.

 

Man genießt Herzhaftes, alles aus der heimischen Landwirtschaft – sogar eine Übernachtungsmöglichkeit für Tourengeher gibt es. Der Boom um das Schneewandern hält nämlich an. Im Großraum Innsbruck sind sogar einige Pisten auch für Nachttouren offen, erst danach wird präpariert. Kitzbühel und das Pillerseetal haben ähnliche Maßnahmen getroffen, in Hoch-Imst wurden gar eigene Tourengeher-Routen angelegt.

Auch das Comeback des Langlaufs macht sich bemerkbar. Einst als Greisen-Sport verschrien, ist er wieder en vogue – weil er günstig und praktikabel ist, und: weil er gesund und schlank macht. Das Skigebiet um den Semmering bietet neben klassischem Pistenspaß und Rodelvergnügen wunderbare Angebote. Mit der Einstiegsstelle oberhalb des historischen Südbahnhotels führt die 14 Kilometer lange Liechtenstein-Panoramaloipe über zahlreiche beeindruckende Aussichtspunkte. Die Johannesloipe mit etwa acht Kilometer Länge hat ihren Ausgangspunkt bei der Talstation des Hirschenkogel-Vierersesselliftes und ist ein Muss für Romantiker. Doch ganz egal, ob man lieber durch das weiße Gold gleitet, wedelt, wandert oder läuft – an Faszination hat der Wintersport nichts eingebüßt. Wie singt es Wolfgang Ambros so schön? „Und wann der Schnee staubt, und wann die Sunn’ scheint, dann hob’ i ollas Glück in mir vereint!“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen

 

 
Bei Kälte nicht auf gute Musik verzichten? Mit der Bluetooth-Kopfhörer-Mütze von earebel klappt das.
earebel.com
 
Nie wieder kalte Füße: Die klassischen Moonbots erleben gerade ihr großes Comeback.
moonboot.com
 
 
Gerade auf der Piste ist Schutz für die Augen gefragt. Der Retro-Look von Diesel ist diese Saison der Renner.
diesel.com
  
Vom legendären Steve McQueen ­inspiriert: Die Mendo-Jacke von Bogner Fire + Ice hält uns warm.
bogner.com

 


Eine Übersicht der schönsten

SKIGEBIETE


Hohe ­Salve
PISTENKILOMETER
LIFTKARTE/TAG

Schmitten

PISTENKILOMETER
LIFTKARTE/TAG

Arlberg
PISTENKILOMETER
LIFTKARTE/TAG

Stuhleck
PISTENKILOMETER
LIFTKARTE/TAG



Credits: © Foto: Zell am See-Kaprun Tourismus - http://zellamsee-kaprun.com, Kitzsteinhorn, TVB St. Anton am Arlberg: Josef Mallaun, parasola.net / Alamy Stock Photo, Schmitten Hohe Bahn AG, TVB Kitzbühel, Michael Werlberger, Hochsteiermark / Tom Lamm, Zauberberg Semmering
 
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