SMARTE MOBILITÄT

Intelligent
unterwegs


Text — Nikolaus Prokop          Fotos — Marek Knopp

Nach App und Web erneuern die ÖBB nun die Benutzeroberfläche ihrer Ticketautomaten. ÖBB Vorstandsmitglied Valerie Hackl erklärt die Vorteile des seit 2014 konsequent modernisierten Vertriebssystems.

 

Mit der Modernisierung ihres Vertriebssystems haben die ÖBB einen entscheidenden Schritt in Richtung Zukunft unternommen. Ist der neue Ticketautomat der finale Schritt dieser Entwicklung?
Valerie Hackl: Nein, keineswegs, es wird noch zahlreiche weitere Schritte geben. Und eigentlich beginnt die Geschichte noch weit vor der Modernisierung unserer Ticketautomaten. 2014 haben wir entschieden, dass wir unser Vertriebssystem im Sinne einer Vereinheitlichung grundsätzlich neu aufbauen werden. Wir hatten damals vier verschiedene Systeme, mit diversen Problemen, die mit dieser Struktur verbunden waren, wie z.B. hohe Wartungskosten sowie die Nachteile eines nicht mehr zeitgemäßen Systems für unsere Kunden und Mitarbeiter. Im Zuge dieser Modernisierungsoffensive können unsere Kunden bereits seit längerem Tickets schnell und einfach online am PC oder mobil am Handy buchen. 
Diese beiden Verkaufskanäle werden von uns weiterhin laufend verbessert und erweitert. Nun sind wir seit Mitte 2017 im Begriff, österreichweit sämtliche unserer rund 1.000 Ticketautomaten auf die gleiche, übersichtliche Benutzeroberfläche umzustellen – in allen Bahnhöfen und Zügen, beginnend in Vorarlberg bis ins Burgenland. Bis Ende des Jahres soll die gesamte Modernisierung abgeschlossen sein.
Damit machen wir einen weiteren wichtigen Schritt zur Vereinfachung des Ticketkaufs. Der große Vorteil: Der Ticketkauf funktioniert in Zukunft immer nach derselben Logik – egal, ob das Ticket online auf tickets.oebb.at, via ÖBB App oder eben am ÖBB Ticketautomaten gekauft wird. Dieses neue System ist ein Paradebeispiel dafür, wie wir das Thema Digitalisierung bei den ÖBB sehen und mit welch hohem Aufwand wir diese Modernisierung vorantreiben.
 
ZUR PERSON

Dr. Valerie Hackl ist Mitglied des Vorstandes der ÖBB-Personenverkehr AG. Sie verantwortet die Bereiche Fernverkehr, Vertrieb, Digitale Mobilität und Unternehmensentwicklung & Marketing, sowie den ÖBB Fernbus.

2012 trat sie als Assistentin des Vorstandsvorsitzenden in den ÖBB-Konzern ein und wechselte 2014 in die Position als Leiterin der Konzernstrategie- und Unternehmensentwicklung der ÖBB-Holding AG. Im Dezember 2015 folgte die Berufung in den Vorstand der ÖBB-Personenverkehr AG.

 

 

Was lässt sich in Hinblick auf diesen Aufwand Genaueres sagen? Mit welchen besonderen Herausforderungen für die ÖBB war dieser umfangreiche technologische Erneuerungsprozess verbunden?
Valerie Hackl: Wir beschreiten hier wirklich Pionierwege, das kann man durchaus mit Stolz sagen. Es gibt derzeit EU-weit keine vergleichbare Lösung, die Ähnliches leistet wie unsere. Denn bei diesem Projekt geht es um weitaus mehr, als nur z.B. eine Website oder eine App zu programmieren: Hier geht es um die Entwicklung eines kompletten Algorithmus, der unseren Kunden die gesamte Mobilität in Österreich im Grunde mit nur zwei Klicks zur Verfügung stellt. Dazu nur einige Zahlen zur Veranschaulichung der Komplexität: Wir befördern 461 Millionen Fahrgäste pro Jahr, d.h. 1,3 Millionen Personen pro Tag.   
Der zweite Punkt: Wir haben über 40.000 Haltestellen des öffentlichen Verkehrs in Österreich. Wenn man daraus die möglichen Verkehrswege errechnet, ergibt sich weit über eine Milliarde an Möglichkeiten. Zum Vergleich: Die Verkehrswege, die eine Airline abbilden muss, bewegen sich im dreistelligen Bereich. Hinzu kommt noch ein dritter wesentlicher Faktor in Hinblick auf den Vertrieb: Wir haben nicht nur ein Preissystem, sondern sieben verschiedene Verkehrsverbünde in Österreich. Diese verschiedenen Tarifsysteme gemeinsam so zu verarbeiten, dass sowohl unsere Mitarbeiter als auch unsere Kunden mit nur wenigen Klicks und ohne besondere Vorkenntnisse zu Tarif, Fahrplan und Geographie genau das Ticket erhalten, welches sie benötigen, erfordert die Verarbeitung einer enormen Komplexität im Hintergrund.

 

 

Welche Zukunftsvision ist mit diesem Projekt für die ÖBB in weiterer Folge verbunden?
Valerie Hackl:  Wir arbeiten heute bereits an der Mobilität von morgen: An einer intelligenten Mobilität, die unsere Kunden über digitale Tools so unterstützt, dass sie sich optimal begleitet fühlen und diese Begleitung mit Einfachheit bei der Bedienung verbinden. Im Sinne dieses intelligenten Mobilitätsgedankens stellt unser neues Vertriebssystem unseren Kunden bereits vor der Reise wichtige Informationen zur Verfügung und unterstützt sie anschließend auch während der Reise als digitaler Begleiter.

Welche Maßnahmen wurden im Rahmen dieser großen Innovationsoffensive durchgeführt?
Valerie Hackl:  Im Herbst 2015 haben wir mit dem Launch unserer ÖBB App zunächst in der Beta-Version begonnen, 2016 folgte die Umstellung auf den neuen Online Ticketshop, und 2017 ist für uns nun einganz besonderes Jahr, da alle Vertriebskanäle jetzt konsequent nachgezogen werden. 
Wir bedienen jetzt mit einem einheitlichen Back-End nicht nur unsere Applikationen für Smartphone und Internet, sondern zugleich auch unsere Ticketautomaten, die mit einer neuen Benutzeroberfläche ausgestattet wurden, alle Ticketschalter und Reisebüros am Bahnhof, unser Kundenservice sowie unsere Vertriebspartner. 
 
Was ist aus Ihrer Sicht der wichtigste Vorteil des neuen ÖBB Vertriebssystems?
Valerie Hackl: Das Revolutionäre daran ist vor allem die konsequente Einheitlichkeit.Wir haben die Benutzeroberfläche an den digitalen Schnittstellen so gestaltet, dass diese von allen Bevölkerungsgruppen – von alt bis jung – leicht genutzt werden kann. Egal ob z.B. ein jüngerer Kunde lieber die Handy-App nutzt oder sich z.B. ein älterer Kunde mit der Nutzung des klassischen Ticketautomaten wohler fühlt – er oder sie wird immer dieselbe klare Orientierung und Übersichtlichkeit vorfinden und mit wenigen Klicks unkompliziert und bequem zum Ticket kommen.



 

 

Ticketautomat
Die neuen Funktionen
bequemer
Mehr Funktionen

Direkte Buchung bis ans Fahrtziel: inklusive lokaler Verbund­tickets für Bahn, Bus oder Straßenbahn.
schlauer
Mehr Informationen

Der Ticketautomat zeigt die nächsten Verbindungen mit Abfahrts- und Ankunftszeit an – inklusive aller Zwischenhalte.

Infos: oebb.at/ticketautomat
größer
Mehr Stationen

Damit können nun Tickets für über 40.000 Haltestellen in ganz Österreich direkt am Ticketautomaten gebucht werden.

 


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Credits: © Foto: ÖBB, Krischanz
 
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